Serienfertigung für automatisiert fahrenden Kleinbus

Autor: Andreas Grimm

Der E-Go Mover startet im kommenden Jahr in die Serienproduktion. Die Partner ZF und E-Go Mobile sehen eine wachsende Nachfrage für den elektrisch und autonom fahrenden Kleinbus, der die Verkehrsbelastungen in den Innenstädten senken soll.

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Der E-Go Mover ist ein Kleinbus für 14 Fahrgäste, der automatisiert fährt, um beispielsweise Pendler an Park&Ride-Stationen am Rande der Städte abzuholen.
Der E-Go Mover ist ein Kleinbus für 14 Fahrgäste, der automatisiert fährt, um beispielsweise Pendler an Park&Ride-Stationen am Rande der Städte abzuholen.
(Bild: E-Go Mobile)

Der automatisiert fahrende Kleintransporter E-Go Mover wird Wirklichkeit. Dazu wird das bisherige Pilotprojekt des Automobilzulieferers ZF mit dem Aachener Start-up E-Go Mobile zur Serienreife weiterentwickelt. Im Jahr 2019 soll die Serienproduktion des Kleintransporters starten. Die Pläne klingen dabei sehr ambitioniert: Ist anfangs eine Stückzahl im fünfstelligen Bereich geplant, sollen mittelfristig rund eine Million Fahrzeuge jährlich vom Band rollen.

Produktionsstandort wird Aachen, wo auch die E-Go Mobile AG ihren Sitz hat. Das kündigten ZF-Chef Wolf-Henning Scheider und Günther Schuh, Vorstandschef der Ego Mobile AG, laut einer Pressemitteilung an. Fertigen will das Gemeinschaftsunternehmen der beiden Partner, die Ego Moove GmbH, dabei sowohl Personen-, als auch Warentransporter.

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Der Mover ist laut E-Go Mobile in der Länge mit 4,50 Metern vergleichbar mit einem SUV. Er befördert bis zu 15 Personen und ermöglicht ein On-Demand-Angebot im Öffentlichen-Personen-Nahverkehr, indem Fahrgäste über mobile Dienstleister, unabhängig von Haltestellen, die E-Busse nutzen können. Der Elektro-Stadtbus fährt innerstädtisch emissionsfrei und leise bis zu zehn Stunden. Früheren Angaben zufolge soll der Mover als Personentransporter etwa 60.000 Euro netto kosten.

ZF erwartet in den kommenden Jahren ein weltweit stark steigendes Interesse an solchen Fahrzeuge – vor allem für die städtische Mobilität. „Der E-Go Mover ist das erste serienreife Fahrzeug mit ZF-Systemen, um ein automatisch fahrendes Mobilitätskonzept für Städte zu ermöglichen“, sagte ZF-Chef Scheider anlässlich der ZF Technology Days 2018 in Friedrichshafen.

ZF liefert für den Mover das elektrische Antriebssystem, Lenkung und Bremsen ebenso wie die automatisierten Fahrfunktionen, die vom Zentralrechner „ZF ProAI“ mit künstlicher Intelligenz gesteuert werden. Der E-Go Mover ist damit aus Sicht des Zulieferers zugleich „eine Demonstration der ZF-Systemkompetenz“.

Das Unternehmen habe sich durch seinen Kompetenzen in den Bereichen Sensorik, Steuerung und Fahrzeugbewegungseingriffen gerüstet für die Mobilitätsanforderungen in den Bereichen automatisiertes Fahren, elektrische Antriebe und integrierte Sicherheitssysteme. Diese Felder müssen für den reibungslosen Einsatz der E-Go Mover abgedeckt werden.

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 Andreas Grimm

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«