Service Award 2010: Servicebetrieb mit Anziehungskraft

Redakteur: Norbert Rubbel

Der Mut von Edith und Markus Ruther, in Friedrichshafen in eine neue Freie Werkstatt zu investieren, wurde belohnt: Nach der Neueröffnung des Autofit-Betriebs verbuchten sie 40 Prozent mehr Kunden.

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Der attraktive Servicebetrieb von Edith und Markus Ruther zog in zehn Monaten 40 Prozent neue Kunden an.
Der attraktive Servicebetrieb von Edith und Markus Ruther zog in zehn Monaten 40 Prozent neue Kunden an.
( Archiv: Vogel Business Media )

Themen wie die Insolvenz des amerikanischen Investmenthauses Lehman Brothers, die Schieflage der deutschen Hypothekenbank Hypo Real Estate sowie die Kurzarbeit in den Automobilkonzernen standen in den letzten zwei Jahren in den Medien. Wer also in Zeiten einer drohenden Wirtschaftskrise den Bau einer Werkstatt plant, besitzt nicht nur Mut, sondern auch jede Menge Selbstvertrauen.

Die Rede ist von Edith und Markus Ruther, die Anfang 2009 rund 1,2 Millionen Euro in den neuen Autofit-Betrieb an der Albert-Maier-Straße in Friedrichshafen investierten. „Natürlich hatten wir Bedenken, ob wir die Werkstatt auslasten können. Doch schon nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass die fünf Serviceboxen in den Stoßzeiten eigentlich nicht mehr ausreichten“, erläutert der Bauherr.

40 Prozent neue Kunden in knapp zehn Monaten

Am 1. September des letzten Jahres zogen die Ruthers von ihrem alten Betrieb an der Ravensburger Straße an den fünf Kilometer entfernten Standort im Norden der baden-württembergischen Stadt am Bodensee. Das Schöne dabei war: Gut 80 Prozent ihrer Stammkunden folgten ihnen beziehungsweise blieben ihnen treu. Nach nur knapp zehn Monaten verbuchte die Kundenkartei der Freien Werkstatt 40 Prozent neue Kunden. „Die Autofahrer kommen zu uns, weil sie sich in einem attraktiven Betrieb mit moderner Werkstattausstattung gut aufgehoben und betreut fühlen“, freut sich Markus Ruther über den Zuwachs an Neukunden.

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Doch nicht nur mit seinem neuen Betrieb will der gelernte Kfz-Meister Kunden hinzugewinnen. Auch mit dem Verkauf von EU-Fahrzeugen sowie mit dem Ausbau des Reifen- und Flottengeschäfts möchte Markus Ruther neue Kundengruppen erobern. Die Chancen dafür sind gut. Denn nicht weit von seinem Betrieb befinden sich Gewerbemischgebiete sowie Großfirmen wie die ZF AG und die MTU Friedrichhafen GmbH. Die Beschäftigten und Anwohner dort will Markus Ruther mit Flyern auf seine Leistungsangebote aufmerksam machen — beispielsweise auf seinen Klima-, Auspuff-, Bremsen- und Reifenservice.

Für zusätzliche Erträge soll ein neues Geschäftsfeld sorgen: die Instandsetzung von Wohnmobilen und Transportern. „Auf einem unserer Bühnenarbeitsplätze können wir Fahrzeuge bis zu fünf Tonnen warten und reparieren“, erklärt der Betriebsinhaber. Außerdem sei der Transporterservice für ihn deshalb interessant, weil rund 60 Prozent der Fahrzeuge im Besitz von Kurierdiensten, Bau- und Fuhrunternehmen seien. Das sind Firmen, die in der Regel keine Wartungsverträge mit Automobilherstellern abgeschlossen haben und zum Service in eine freie Werkstatt fahren.

An die Besitzer von Wohnmobilen verteilt Markus Ruther seine Werbebriefe direkt auf den Campingplätzen oder lässt sie vom baden-württembergischen Camperclub an dessen Mitglieder verschicken. „Die Wohnmobil- und Transporterkunden suchen nach Preis- und Servicevorteilen. Und genau die bewerben wir in unseren Flyern“, betont der Unternehmer.

Werbung unterstützt Kundenbindung

Allein für die Neueröffnung am 26. September 2009 ließ er 21.000 Flyer drucken und in seiner Region an die Haushalte verteilen. Und weil das Event vor einem Jahr so erfolgreich war, möchte Markus Ruther jedes Jahr einen Tag der offenen Tür veranstalten. Aber auch mit der klassischen Anzeigenwerbung in Zeitungen und Wochenendblättern sowie im Internet will er sein Leistungsspektrum präsentieren und seinen Bekanntheitsgrad erhöhen. Ebenso wichtig wie die Werbemaßnahmen sind für den fabrikatsunabhängigen Unternehmer Instrumente zur Kundenbindung. Dazu zählen vor allem die Einlagerung der Kundenräder, die Mobilitätsgarantie, die Werkstattersatzfahrzeuge und die Reparaturfinanzierung.

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  • Besonders stolz ist das Friedrichshafener Serviceteam auf die Dekra-Zertifizierung nach DIN ISO 9001:2008. „Das Qualitätsmanagement unterstützt uns im Fahrzeughandel, im Service und im kaufmännischen Bereich“, erläutert Markus Ruther. Das sogenannte Rep-Q-Standards-Konzept ist einer von vielen Leistungsbausteinen, die der Autofit-Partner von seinem Teilegroßhändler Trost erhalten hat.
  • Es soll nicht nur die Arbeitsabläufe in der Freien Werkstatt verbessern, sondern auch die Zufriedenheit und Loyalität der Kunden erhöhen. „Das größte Kompliment ist für uns, wenn sich die Werkstattbesucher bei uns wohlfühlen und wiederkommen“, wünscht sich der Inhaber. Das funktioniere aber nur mit einem motivierten Team und einem familiären Betriebsklima. Damit sich auch alle Servicemitarbeiter zur Ruther-Familie hingezogen fühlen, erhalten sie:
  • Regelmäßige Schulungen, um sich weiterzubilden,
  • Reduzierte Ersatzteilpreise für Reparaturen am eigenen Fahrzeug,
  • Kostenlose Arbeitsanzüge und Getränke.

Ein stets offenes Ohr für die Probleme der Mitarbeiter fördere den Familiensinn zusätzlich, weiß Markus Ruther und resümiert: „Im Gegenzug ist es für die Servicemitarbeiter auch keine Frage, Überstunden zu machen — zum Beispiel während der Umrüstzeit im Reifengeschäft.“

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