Service Award 2011: Family Business

3. Platz Kategorie Nfz: Mercedes-Autohaus Oppel

05.09.2011 | Autor: Jan Rosenow

Die Spannung vor dem Besuch: die Service-Award-Jury beim Autohaus Oppel in Ansbach.
Die Spannung vor dem Besuch: die Service-Award-Jury beim Autohaus Oppel in Ansbach.

„Eigentlich wollten wir uns erst in zwei Jahren bewerben, wenn die Werkstatt neu gebaut ist“, stapelte Geschäftsführerin Susanne Oppel-Burns gleich zu Beginn des Jurybesuchs tief. „Aber der Hersteller hat uns gebeten, es schon jetzt zu versuchen.“ Das war gewiss kein Fehler: Mit dem dritten Platz in der Kategorie Nutzfahrzeuge stellte das Ansbacher Familienunternehmen unter Beweis, dass es schon heute mit Deutschlands besten Nutzfahrzeugbetrieben konkurrieren kann. Und nicht zuletzt hat die junge Chefin trotz ihres bescheidenen und bodenständigen Auftretens einen eindrucksvollen Werdegang vorzuweisen, den »kfz-betrieb« mit dem zweiten Platz beim Women‘s Award 2010 belohnte.

Seit der Gründung 1928 dreht sich bei den Oppels alles um das Thema Lkw. Firmenpatriarch Johann Oppel brachte es vom Fuhrmann mit Pferdekutsche zum respektablen Speditionsunternehmer, seine Frau Walburga und die zehn gemeinsamen Kinder halfen von Anfang an im Betrieb mit. Aus dieser Geschichte entstanden ein Arbeitsethos und ein von sozialer Verantwortung geprägtes Unternehmertum, wie sie eben nur in Familienbetrieben zu finden sind.

Trotzdem ist es wichtig, sich schnell an neue Entwicklungen auf dem Markt anzupassen. Nutzfahrzeugbetriebe wandeln sich derzeit von der überwiegend technisch geprägten Werkstatt zum Allround-Dienstleister für ihre Kunden, in deren Angebot die klassischen Wartungs- und Reparaturarbeiten nur noch ein Mosaikstein sind.

Im Fall des Autohauses Oppel sieht das so aus: Seit 2009 ist der Ansbacher Betrieb Teil des Truckworks-Netzwerkes von Daimler. Nun repariert er nicht mehr nur Mercedes-Laster, sondern auch Auflieger und Aufbauten, Achsen und Fremd-Lkw. Ein Truckworks-Betrieb kann also für den Spediteur sämtliche Werkstattarbeiten ausführen – unabhängig davon, wie dessen Fuhrpark zusammengesetzt ist. „Im Jahr haben wir mit Truckworks rund 1.500 Werkstattdurchgänge von Fremdfabrikaten“, erklärt Serviceleiter Josef Engelhardt. „Das sind rund 500 mehr als vorher.“

Schulungen verbessern die Kundenbindung

Auch als Servicepartner für den Mautkonzern Toll Collect ist Oppel aktiv, und zwar als einziger Betrieb in einem Umkreis von rund 60 Kilometern. „Das ist zwar kein großes Geschäft, aber ein gutes Kundenbindungsinstrument“, resümiert Josef Engelhardt.

Typisch für moderne Nutzfahrzeugbetriebe wie das Autohaus Oppel sind auch die Schulungen und Dienstleistungen, mit denen es Speditionen und Kraftfahrer fit macht für die gesetzlichen Regelwerke. „Die Hilfe beim Papierkram nutzen längst nicht mehr nur die kleinen Speditionen“, hat Josef Engelhardt beobachtet.

Sechs bis acht Weiterbildungstermine gibt es pro Jahr; die Themen sind Berufskraftfahrergesetz, De-Minimis-Förderung usw. Ehrensache, dass der Schulungsraum für die Fahrerausbildung von Mercedes zertifiziert ist. Mehr dem Networking mit wichtigen Kunden dienen die Unternehmerabende, die das Autohaus Oppel regelmäßig veranstaltet.

Auch Mähdrescher haben Mercedes-Motoren

Um auch mit den Speditionen ins Geschäft zu kommen, die ihre ziehenden Einheiten noch selbst warten und reparieren, widmet sich ein eigener Außendienst dem Teileverkauf an die Selbermacher. Er leistet auch mobile Hilfe bei Diagnosefragen oder schwierigeren Reparaturen.

Ein wachsendes Geschäftsfeld sind zudem landwirtschaftliche Großgeräte, die immer häufiger mit Nutzfahrzeugmotoren von Daimler ausgestattet sind. Sie müssen diagnostiziert und repariert werden – und dabei hilft das Autohaus Oppel den Landmaschinenwerkstätten gerne weiter. „Immer wenn die Arbeit weniger wird, muss man nach neuen Umsatzmöglichkeiten suchen“, fasst der Serviceleiter zusammen. Schließlich ist es für die Unternehmerfamilie Oppel Pflicht, ihren Mitarbeitern einen sicheren und gut bezahlten Arbeitsplatz zu bieten.

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