Service Award 2012: Hoch hinaus

Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Der Aufbau schwerer Kräne auf Lkw-Fahrgestelle ist seit vielen Jahren eine Spezialität von HFT in Riedstadt. Das Unternehmen eroberte den 5. Platz in der Kategorie Nutzfahrzeuge.

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Die Riedstädter Kranspezialisten von HFT haben sich in den vergangenen Jahren viel Know-how rund um Wohnmobile erarbeitet.
Die Riedstädter Kranspezialisten von HFT haben sich in den vergangenen Jahren viel Know-how rund um Wohnmobile erarbeitet.
(Archiv)

Egal wohin, wir kommen! – so lautet ein Leitsatz der HFT GmbH in Riedstadt. Denn die Spezialisten für Kranfahrzeuge wissen, dass auch das beste Spezialfahrzeug einmal repariert werden muss. Das Unternehmen hat sich auf schwere Nutzfahrzeuge spezialisiert, insbesondere auf Kranfahrzeuge. Beispielsweise ist der Aufbau von schweren Kränen auf Lkw-Fahrgestelle seit vielen Jahren eine Spezialität der Riedstädter.

Weit über 100 Lkw-Aufbaukräne von 25 bis 60 Tonnen wurden in den vergangenen Jahren ins In- und Ausland ausgeliefert. Dabei betreuen die Riedstädter ihre Kunden von der Beschaffung des Fahrgestells bis zur Zulassung des kompletten Gerätes.

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Diese Erfolgsstory ist gleichzeitig ein Problem für HFT. Denn das Unternehmen, das in den vergangenen Jahren sein Dienstleistungsangebot kontinuierlich ausgebaut hat, wird nach wie vor als Spezialbetrieb für Kranfahrzeuge angesehen. „Deshalb haben wir über regionale Zeitschriften eine Imagekampagne gestartet. Da rufen wir die Kunden an und machen sie auf unser erweitertes Leistungsportfolio aufmerksam. Ganz langsam wendet sich das Blatt: Das heißt, der Kunde weiß, was wir alles zu bieten haben“, beschreibt René Hellmich, Geschäftsführer der Hellmich Fahrzeugtechnik GmbH (HFT). Beispielsweise können die Kunden die HFT-Fachmonteure für Wartungs- und Reparaturarbeiten im In- und Ausland anfordern, damit die Fehlerdiagnose nicht zur falschen Behandlung des Fahrzeugs führt.

„Der Service Award hat uns aufgrund des Bewerbungsbogens auf viele neue Ideen gebracht“, berichtet Hellmich. So habe allein die Frage nach dem Aufenthaltsbereich für die Servicekunden einen Veränderungsprozess ausgelöst. „Wir hatten eine Sitzecke – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Bewerbung hat uns darauf gebracht, dass man das auch etwas freundlicher und angenehmer für die Kunden gestalten kann“, sagt Hellmich. Heute gibt es einen kompletten Aufenthaltsraum für die Kunden, mit Fernseher, Internetzugang, Kaffeebar und Kaltgetränken.

HFT war einst ein reiner Spezialbetrieb für Kranfahrzeuge. Erst vor rund zehn Jahren hat das Unternehmen seine Werkstore auch für „normale“ Nutzfahrzeugkunden geöffnet.

Auf einem Areal von 20.000 Quadratmetern mit 8.000 Quadratmetern Hallenfläche im hessischen Riedstadt befinden sich alle Einrichtungen für den umfassenden Service an schweren und leichten Nutzfahrzeugen. Dennoch ist HFT kein klassischer Nutzfahrzeugbetrieb: nach wie vor dominiert der Geschäftsbereich Kranbau und Wartung. Kranreparaturen gehören zu den Kernkompetenzen des Unternehmens.

Auch Nutzfahrzeug-Leichtgewichte hat Geschäftsführer Hellmich vor einigen Jahren ins Programm aufgenommen – das Unternehmen hat Service- bzw. Handelsverträge für Fiat- und Iveco-Nutzfahrzeuge. „Obwohl sich Iveco und Fiat gut entwickelt haben, können wir den Betrieb von diesen Marken allein nicht ernähren – wir brauchen die Fremdmarken, die bis zu 30 Prozent des gesamten Klientels ausmachen“, sagt der Geschäftsführer.

Das Transporter-Geschäft brachten die Riedstädter mit Servicekonzepten aus dem Pkw-Bereich zum Laufen – beispielsweise dem Hol- und Bringservice. Dadurch konnten sie neue Großkunden für sich gewinnen, wie UPS und Sixt. Allerdings kommen die meisten Transporter-Kunden aus dem Handwerk. „Riedstadt ist das Handwerkerzentrum für die Großräume Darmstadt, Mainz, Wiesbaden und Frankfurt – die schwärmen von hier aus jeden Morgen in die Großstädte aus“, ergänzt Hellmich. Allein in dem 6.000 Seelen-Ort gebe es 230 kleine Handwerksbetriebe. Für HFT sei dies eine sehr gesunde Situation: „Handwerker kaufen in der Regel ein Auto, weil die Werkstatt passt und nicht, weil die Leasingrate beim Nachbarn ein paar Euro niedriger ist.“

Eigene Marketingideen wie die gezielte Ansprache von Wohnmobilbesitzern sorgen für zusätzliche Aufträge und erweitern den Kundenstamm. „Gerade für die Wohnmobile konnten wir die Vorteile eines Nfz-Betriebs nutzen. Beispielsweise können wir das Wohnmobil hochheben, was der klassische Transporter-Betrieb nicht ohne weiteres kann“, führt Betriebsleiter Hansjürgen Schimpf aus.

Zudem gehören Feuerwehren zum großen Kundenstamm von HFT. Hier sei der Anspruch an Zuverlässigkeit und Sicherheit besonders hoch. Vom Löschfahrzeug bis zum Feuerwehrkran – überall führen die Riedstädter für sie Inspektionen, HU- und UVV-Abnahmen sowie den Einbau und die Reparatur von verschiedenen Aggregaten durch. „Gerade bei den Feuerwehren kommt es darauf an, wie die Menschen im Nutzfahrzeugbetrieb bedient und angesehen werden“, sagt Schimpf. Die Fahrer der Feuerwehrautos würden sich häufig nebenberuflich und freiwillig engagieren. „Das sollte man honorieren und sie gut bedienen“, so Schimpf. Das hätten einige Wettbewerbsbetriebe versäumt und damit dem großen Zulauf zu HFT Tür und Tor geöffnet.

Die qualifizierten HFT-Mitarbeiter beherrschen das gesamte Programm der Nutzfahrzeugpflege: Motordiagnose, Test und Programmierung von elektronischen Steuergeräten, Achsvermessung, Bremseninstandsetzung, Motor- und Getriebeinstandsetzungen aller Hersteller sowie Wartungsarbeiten.

„Wir haben unser bestehendes Personal zum größten Teil selbst ausgebildet. Wegen unserer Vielseitigkeit kommen wir in der Regel mit einem ausgebildeten Monteur von einer Markenwerkstatt nicht zurecht“, erklärt Schimpf. Dieser würde eine lange Zeit brauchen, bis er bei HFT voll einsetzbar sei. „Die Kollegen, die wir von der Pike an ausgebildet haben, sind nach der Lehre gleich voll einsatzfähig“, ergänzt Schimpf.

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