Das BMW-Teilekonzept für Freie Werkstätten

Michael Renner und Nils Schlünzen erläutern die Systeme des Herstellers

10.08.2011 | Autor: Die Fragen stellte Konrad Wenz

„Über das Internet arbeiten die Werkstätten immer mit den aktuellsten Daten“, freuen sich die BMW-Manager Michael Renner, seit 2004 Projektleiter Freie Werkstätten (li.) und Nils Schlünzen, seit einem Jahr Leiter Absatzmanagement Teile & Service.
„Über das Internet arbeiten die Werkstätten immer mit den aktuellsten Daten“, freuen sich die BMW-Manager Michael Renner, seit 2004 Projektleiter Freie Werkstätten (li.) und Nils Schlünzen, seit einem Jahr Leiter Absatzmanagement Teile & Service.

Redaktion: Seit einiger Zeit kümmert sich BMW verstärkt um die Teilebelieferung von Freien Werkstätten. Wie haben sich die Teile-Umsätze in diesem Kanal im ersten Halbjahr entwickelt?

Michael Renner: Im ersten Halbjahr 2011 konnten wir über das Geschäftsfeld Fremdwerkstätten prozentual erneut zweistellig zulegen.

Worauf führen Sie diese erfreuliche Entwicklung zurück?

Nils Schlünzen: Zum einen auf die gute Marktlage. Die Autofahrer haben einen gewissen Nachholbedarf an Reparaturen und Instandsetzungen. Darüber hinaus haben wir frühzeitig damit begonnen, das Geschäftsfeld professionell über unser BMW-Partnernetz aufzubauen.

Warum bemühen Sie sich verstärkt um Freie Werkstätten?

Renner: Im Mittelpunkt unserer Bemühungen steht unser gemeinsamer Kunde – der BMW-Fahrer. Nur wenn dieser von seinem Fahrzeug überzeugt ist, wird er sich im Falle einer Ersatz- oder Neuanschaffung erneut für die Marke BMW entscheiden. Deshalb müssen wir auch die Kundenzufriedenheit von den BMW-Fahrern im Auge behalten, die nicht in unsere Partnerwerkstätten kommen. Mit dem Verbau von Original-BMW-Teilen und mit den erforderlichen Service-Informationen für Freie Werkstätten tragen wir nicht nur zum Werterhalt des Fahrzeugs bei, sondern vor allem auch zur allgemeinen Kundenzufriedenheit.

Welche Systeme unterstützen die Freien Werkstätten?

Schlünzen: In dieser Frage richten wir uns nach dem Bedarf der Freien Werkstätten.

Was heißt das?

Renner: Benötigen Freie Werkstätten beispielsweise den elektronischen Teilekatalog und aktuelle Informationen über Verkaufsaktionen, so bieten wir das Aftersales Assistance Portal (ASAP) an. Möchte die Freie Werkstatt darüber hinaus die Onlinebestellung nutzen, hat der BMW-Servicepartner die Möglichkeit, PASS (Parts Sales Support) innerhalb des ASAP (Aftersales Assistance Portal) freizuschalten.

Ist das mit Kosten verbunden?

Renner: Nein, für das ASAP inklusive dem Onlinebestellsystem PASS erhebt BMW keine Gebühren.

Wie sieht das bei den Servicedaten aus?

Renner: Servicedaten sind über das Onlinesystem OSS (Online Service System) abrufbar. OSS hat BMW speziell für Freie Kfz-Werkstätten, Innungen, Verbände, Fachschulen und Behörden entwickelt. Das OSS stellt ein umfangreiches Angebot zur Verfügung, bestehend aus Wartungs-, Reparatur- und Diagnosedaten, Kaufmännischen Servicedaten (Arbeitswerte) sowie Rad- und Reifenkombinationen. Außerdem gibt es Beratung durch Experten bei fahrzeugspezifischen und teiletechnischen Fragen über ein Technical Help Desk.Indem sie das Internet nutzen, arbeiten die Werkstätten immer mit den aktuellsten Daten. Es sind keine zeitraubenden Updates über CDs erforderlich. Die Registrierung für das OSS kostet 50 Euro. Nach der Registrierung kann die Werkstatt Zeiteinheiten erwerben und diese zur Recherche einlösen. Die Registrierung erfolgt unter https://oss.bmw.de/index.jsp.

Wie funktioniert die Logistik für die Versorgung der Freien Werkstätten?

Renner: Die Bestellung und Auslieferung erfolgt ausschließlich über die BMW-Servicepartner. Viele von ihnen bieten einen Lieferservice an. Die BMW AG unterstützt ihre Servicepartner mit Belieferungskonzepten zum qualitativen und quantitativen Auf- und Ausbau der Kundennetze.

Ein Argument, mit dem der freie Teilehandel überzeugen will, ist der Preis. Zu welchen Konditionen kann die Freie Werkstatt bei BMW einkaufen?

Schlünzen: Der Preis ist wichtig und muss passen. Unsere Wachstumsraten zeigen deutlich, dass wir uns sehr marktgerecht eingepreist haben. Allerdings ist der Preis nur ein Argument. Ein weiteres – mindestens genauso wichtiges – Kriterium sind die Serviceleistungen.

Wird der freie Teilehandel durch die Herstellermaßnahmen mittel- oder langfristig überflüssig?

Renner: Das sehen wir nicht so. Schließlich ist ein gesunder Wettbewerb die Antriebsfeder für eine stetige Leistungsverbesserung, welche uns letztendlich allen zugutekommt – insbesondere dem Kunden.

Über die Beweggründe des Premuimherstellers, Freie Werkstätten mit Ersatzteilen zu beliefern, und darüber, wie das System funktioniert, berichtet Michael Renner auf der 20. Fachtagung für Freie Werkstätten und Servicebetriebe am 29. Oktober 2011 in Würzburg.

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