BMW ändert Vergütung für Freie bei Gewährleistung

Autobauer vereinfacht die Abwicklung für Freie Werkstätten

| Autor: Konrad Wenz

Michael Renner kümmert sich bei BMW  um die Freien Werkstätten.
Michael Renner kümmert sich bei BMW  um die Freien Werkstätten. (Bild: VBM-Archiv)

BMW hat das Abwicklungsverfahren für Freie Werkstätten vereinfacht, die im Falle der Produktgewährleistung Ersatzteile ein- und ausbauen. Auslöser für den Schritt war unter anderem eine heftige Diskussion um die entstehenden Kosten, die im vergangenen Herbst auf der vom Fachmagazin »kfz-betrieb« organisierten entbrannte. Michael Renner, Projektleiter Freie Werkstätten bei BMW, erklärt nun im Interview, wie sich betroffene Freie Werkstätten verhalten müssen, um ihre Ein- und Ausbaukosten vergütet zu bekommen.

Redaktion: Auf der Fachtagung für Freie Werkstätten und Servicebetriebe in Würzburg wurde heftig über Aus- und Einbaukosten von defekten Ersatzteilen, die Freie Werkstätten verbaut haben, diskutiert. Diese Diskussion ist nicht neu. Wie sieht BMW das - haben Freie Werkstätten einen Anspruch?  

Michael Renner: Aus unserer Sicht gibt es per se keine Verpflichtung des Herstellers, diese Kosten gegenüber Freien Werkstätten zu übernehmen, da sich dies zuallererst nach den jeweiligen Vertragsverhältnissen entlang der Lieferkette richtet. Wir haben auf der Fachtagung von »kfz-betrieb« in Würzburg darauf hingewiesen, dass es für alle Beteiligten einfacher ist, wenn das Fahrzeug im Fall des Falles nochmals zur Diagnose und Prüfung in den BMW-Service überführt wird. Das ist der einfachste Weg, weil dann die Prüfung, ob es sich um einen berechtigten Gewährleistungsfall handelt, leichter ist und unnötige Ein- und Ausbaukosten seitens der Freien Werkstatt eingespart werden können.

Das heißt, über den Umweg des BMW-Partners werden die Ein- und Ausbaukosten übernommen?

Im berechtigten Fall kann der BMW-Partner einen Antrag einschließlich der zugehörigen Diagnoseausdrucke in unser Gewährleistungssystem einstellen. Wir vergüten ihm dann auch die Aus- und Einbaukosten für das von uns erworbene Teil. Dennoch hat Ihr Unternehmen reagiert. Das stimmt, allerdings handelt es sich zuallererst um eine freiwillige Leistung und einen zusätzlichen Service, mit denen wir unsere BMW-Partner und die Freien Werkstätten noch mehr unterstützen wollen.

Ergänzendes zum Thema
 
Zur Person: Michael Renner (40)

Was haben Sie unternommen?

Wir haben uns angeschaut, wie viele solcher Gewährleistungsfälle unser Haus überhaupt erreicht haben. Dann haben wir berechnet, was uns diese Fälle gekostet hätten, wenn wir den Lohnausfall in je-dem Fall erstattet hätten. Zudem haben wir über dieses Thema auch mit unseren BMW-Partnern gesprochen. Diese haben uns bestätigt, dass es nur wenige Gewährleistungsfälle im Geschäft mit Freien Werkstätten gibt. Allerdings haben uns die Kollegen auch bestätigt, dass das im Einzelfall dann sehr ärgerlich für alle Beteiligten sein kann.

Zu welchem Ergebnis hat das geführt?

Wir stellen den BMW-Partnern, die am Basiskonzept oder dem BMW Profiservicekonzept teilnehmen - das sind etwa 280 Betriebe - Geld zur Verfügung. Die Betriebe bekommen das Geld auf ihrem Teilekonto gutgeschrieben. Der BMW-Partner kann nun seinen Kunden im Gewährleistungsfall mit dem AW-Kostensatz der Freien Werkstatt unterstützen.

Von wie viel Geld reden wir?

Für die Pilotphase in diesem Jahr haben wir etwa 250.000 Euro budgetiert.

Warum beschränken Sie das auf die Profipartner?

Wir beschränken dies nicht auf die Profipartner, sondern berücksichtigen auch die Betriebe, die am Basiskonzept teilnehmen. Diejenigen, die das Geschäft mit den Freien Werkstätten aktiv betreiben, werden häufiger einen berechtigten Gewährleistungsfall haben. Darüber hinaus haben wir dieses Geld an einen Prozentsatz vom Umsatz in diesem Bereich geknüpft. Das heißt, es muss ein gewisses Volumen vorhanden sein, damit man vernünftig mit dieser Lösung arbeiten kann. Für alle Fälle gilt jedoch: „Bringt das Fahrzeug im Zweifel zum BMW-Partner“. Das ist ohnehin die beste Variante zur Vermeidung von unnötigen Kosten - für den Profipartner  wie für die Freie Werkstatt.

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