Servicetag: Mehr Technik, mehr Sicherheit

Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

Die Technik von morgen und übermorgen lernten die Teilnehmer beim Servicetag der ostdeutschen Kfz-Landesverbände kennen. Dabei konnten sie diese bereits heute testen.

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Holger Winter sprach beim Servicetag der ostdeutschen Kfz-Landesverbände.
Holger Winter sprach beim Servicetag der ostdeutschen Kfz-Landesverbände.
(Foto: Zietz)

Fahrerassistenzsysteme machen das Fahren heute viel sicherer und werden das Auto von morgen noch stärker prägen. Den Blick in die Zukunft wagten die rund 130 Teilnehmer beim Servicetag der Kfz-Landesverbände der ostdeutschen Länder, der in den Räumen der Fahrzeugsystemdaten GmbH (FSD) in Radeberg stattfand.

Von der Entwicklung profitierten alle Autofahrer: ältere Verkehrsteilnehmer, die im Straßenalltag unterstützt würden, und junge Verkehrsanfänger, denen die einstige Fahrpraxis von Mofa und Moped fehle, erläuterte FSD-Geschäftsführer Jürgen Bönninger die Vorteile der assistierenden Technik. Laut einer Studie könnten 41 Prozent der schweren Unfälle verhindert werden, wenn die modernen Assistenzsysteme in allen Fahrzeugen verbaut wären.

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Die Grenzen dieser Technik bestimmt aus Bönningers Sicht das Portemonnaie der Verbraucher. Die Frage sei, ob jeder Autobesitzer die Assistenzsysteme nach einem Unfall wieder einbauen lassen wolle. Wer Kosten sparen wolle, verzichte nur allzu gern auf teure Sensoren. Schon heute könne der HU-Prüfer überlistet werden, wenn Airbags mittels Widerstand überbrückt würden. Der Fehlerspeicher werte das nicht als Fehler.

Um die Systeme der modernen Fahrzeuge zu testen, wird den Prüfern der HU-Adapter bis zum Sommer 2015 flächendeckend zur Verfügung stehen – zunächst für Pkws. Derzeit arbeitet die FSD an HU-Adaptern für Elektrofahrzeuge. Doch bis sich das reine Elektroauto durchsetzt, wird noch einige Zeit vergehen. Allerdings nutzen immer mehr Verbraucher alternative Antriebe: Die Verbreitung der Elektromobilität in der Bevölkerung könnte über Pedelecs, Elektroroller und Quads wie dem Twizzy von Renault Einzug halten, glaubt Bönninger. Erfahrungen mit Elektrofahrzeugen konnten die Teilnehmer der gut besuchten Veranstaltung der Kfz-Landesverbände Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Berlin-Brandenburg, Thüringen und Sachsen gleich vor Ort sammeln.

ZDK-Geschäftsführer Neofitos Arathymos sprach über den Stand der Telematik in den Fahrzeugen und über die davon ausgehenden Risiken für die Kfz-Betriebe. Diese vom Gesetzgeber geforderte Technik ermögliche nicht nur den Notruf nach einem Unfall. Mit wenigen Programmierschritten sei ein direkter Kontakt zwischen Hersteller und Kunde möglich. „Das betrifft alle – egal ob Marke oder freier Betrieb“, stellte Arathymos klar. Das Auto meldet Probleme nicht an die Werkstatt, sondern an den Hersteller. Vorstellbar ist dabei eine Reparatur der Software über das Mobilfunknetz, der Kunde bekommt die Rechnung direkt vom Hersteller und nicht mehr von einer Werkstatt.

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