Studie Sind Verbrenner in zehn Jahren nur noch Nischenprodukte?

Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Am Mittwoch hat die EU-Kommission ihren Plan für eine Verkehrswende vorgelegt. Ein Ziel: 30 Millionen emissionsfreie Autos bis 2030. In einem Bericht geht die Unternehmensberatung Systemiq nun noch einen gehörigen Schritt weiter.

Bis 2030 sollen dem Systemiq-Bericht zufolge alternative Technologien auch profitabel für Unternehmen sein.
Bis 2030 sollen dem Systemiq-Bericht zufolge alternative Technologien auch profitabel für Unternehmen sein.
(Bild: Aral)

Der Umbau der Weltwirtschaft hin zu einer „grünen Ökonomie“, die unterm Strich keine klimaschädlichen Treibhausgase mehr ausstößt, kommt nach einem Bericht voran. In zehn Jahren dürften Autos mit Diesel- oder Benzinmotoren allenfalls noch in schrumpfenden Nischen Käufer finden, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung Sytemiq. Bis 2030 sollen zudem elektrisch betriebene Flugzeuge mit gut 100 Sitzplätzen aller Voraussicht nach marktreif sein.

Weiter stellt die Studie mit dem Titel „Der Paris Effekt“ fest, dass Investitionen in klimaschädliche Kohle-Projekte rapide zurückgegangen seien – allerdings mit Ausnahme Chinas. Auch die Nachfrage nach Öl habe ihren Zenit überschritten. Der Umbau der Volkswirtschaften biete viele Chancen, heißt es in dem Bericht. So dürften im kommenden Jahrzehnt netto weltweit 35 Millionen neue Arbeitsplätze in der „grünen Ökonomie“ entstehen.

Bis 2030 könnten in Sektoren der Industrie, des Verkehrs und der Landwirtschaft, die für insgesamt 70 Prozent der Emissionen stehen, alternative Technologien wirtschaftlich profitabel eingesetzt werden, so dass kaum oder gar keine Emissionen entstehen. Aktuell rechnet sich das der Studie zufolge erst in 25 Prozent der Wirtschaftssektoren.

„Die Welt ist definitiv nicht in der richtigen Spur“

Zugleich weisen die Autoren darauf hin, dass in den fünf Jahren seit dem als historisch gefeierten Klimaabkommen von Paris der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase weiter gestiegen ist. „Die Welt ist definitiv nicht in der richtigen Spur, um einen gefährlichen, unumkehrbaren Klimawandel noch abzuwenden.“ Weltweit seien die Regierungen deshalb aufgefordert, klimaschädliche Industrien nicht länger künstlich am Leben zu erhalten.

Erst am Mittwoch hatte ein UN-Bericht festgestellt, dass die Welt den 2015 in Paris gesteckten Zielen zwar hinterher hinkt, sie aber noch erreichen kann. Um den globalen Temperaturanstieg bis 2030 auf zwei Grad zu begrenzen, müsste die internationale Gemeinschaft beim Wiederanfahren der Wirtschaft nach der Corona-Krise Akzente auf umweltfreundliche Energieträger, Wiederaufforstungen oder andere ökologische Maßnahmen setzen. So könnten bis zu 25 Prozent der Treibhausgase reduziert werden.

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