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Skoda beschleunigt den Service mit App und künstlicher Intelligenz

| Autor: Andreas Grimm

Das Werkstattgeschäft ist an vielen Stellen bereits digitalisiert, jetzt zieht künstliche Intelligenz in die Werkstätten ein. Zumindest bei Skoda. Die Tschechen wollen über eine Geräuscherkennung die Diagnose beschleunigen.

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Skoda will die Diagnose in Werkstätten mit einer App verbessern, die die Geräusche von Skoda-Fahrzeugen auswertet.
Skoda will die Diagnose in Werkstätten mit einer App verbessern, die die Geräusche von Skoda-Fahrzeugen auswertet.
(Bild: Skoda)

Digitale Anwendungen sind zunehmend auch im Service zu finden – und erleichtern zum Teil Diagnosen, die bisher so nicht gestellt werden können. Das zeigt aktuell der „Sound Analyser“, den Skoda derzeit in 14 Ländern testet. Hinter dem Begriff verbirgt sich eine Smartphone-App, die Werkstätten unterstützt, den Wartungsbedarf eines Autos mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) präzise zu identifizieren.

Vor einem Jahr schon hatte der nun scheidende Leiter Service, Jens Greibke, im Gespräch mit »kfz-betrieb« über die Ansätze berichtet, mit Hilfe einer selbstlernenden App die Geräusche im Auto zu analysieren und daraus Rückschlüsse auf die Ursache von Fehlern oder drohende Schäden zu ziehen. Neben dem praktischen Nutzen für eine zielgerichtete Reparatur sah er darin auch das Ziel, für den Kunden immer lästige Werkstattbesuche zu verkürzen und mit diesem modernen Service „beim Kunden in positiver Erinnerung zu bleiben“.

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Was damals noch in ersten Tests war, befindet sich inzwischen bei 245 Skoda-Händlern in 14 Ländern im Praxisbetrieb. Der Sound Analyser nimmt die Betriebsgeräusche eines Fahrzeugs auf und gleicht sie mit hinterlegten Klangmustern ab. Kommt es dabei zu Unstimmigkeiten, ermittelt die App über einen Algorithmus, wodurch sich diese Abweichungen möglicherweise ergeben und wie sie sich beheben lassen. Inzwischen wird deutlich, dass die App die Fahrzeugwartung effizienter macht und die Werkstattaufenthalte verkürzt.

Laut einer Skoda-Mitteilung ist der Sound Analyser in der Lage, zuverlässig und eindeutig den Zustand von Verschleißteilen zu beurteilen. Dazu bezieht das Programm verschiedene fahrzeugspezifische Parameter mit ein und analysiert das Nutzungsprofil des Pkw.

Die App wandelt die Tonaufnahme zunächst in ein Spektrogramm um, das Schallsignale bildlich darstellt. Diese Darstellung gleicht das System anschließend mit den hinterlegten Werten ab, um Abweichungen zu identifizieren, und leitet aus den Ergebnissen dann den anstehenden Wartungs- oder Reparaturbedarf nach vorher festgelegten Modellen ab.

Skoda-Partner tragen unmittelbar zur Weiterentwicklung des Programms bei

Die am Testbetrieb beteiligten Skoda-Partner liefern maßgeblich die Klangaufnahmen für den ,Lernprozess‘ der Software und tragen so unmittelbar zur Weiterentwicklung des Programms bei. Derzeit erkennt die App bereits zehn Muster mit einer Genauigkeit von über 90 Prozent, darunter Baugruppen wie das Lenkgetriebe, den Kompressor der Klimaanlage oder die Kupplungen des Direktschaltgetriebes (DSG).

„Der Sound Analyzer verdeutlicht beispielhaft, welche Möglichkeiten sich durch die Digitalisierung bei Skoda auch im After Sales-Bereich eröffnen“, kommentiert Stanislav Pekar, oberster Aftersales-Chef von Skoda in Mlada Boleslav, die Technik. Der Autobauer werde künftig weitere Anwendungen aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz nutzen, um den Kunden einen individuellen Service zu bieten.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«