Skoda-Chef: Das Internet kann ein Händlernetz nicht ersetzen

Bernhard Maier spricht sich für stärkere Kooperationen aus

| Autor: Christoph Seyerlein

Skoda-Vorstandschef Bernhard Maier skizzierte auf dem 19. IFA-Branchengipfel seine Überlegungen zur Zukunft der Automobilbranche.
Skoda-Vorstandschef Bernhard Maier skizzierte auf dem 19. IFA-Branchengipfel seine Überlegungen zur Zukunft der Automobilbranche. (Bild: Seyerlein / »kfz-betrieb«)

Trotz aktueller Erfolge – nach drei Quartalen 2018 hat Skoda mit 939.100 Einheiten 7,8 Prozent mehr Autos ausgeliefert als zum selben Zeitpunkt im vergangenen Jahr – hebt der CEO der Tschechen, Bernhard Maier, im Hinblick auf die Zukunft mahnend den Finger. Beim 19. IFA-Branchengipfel am Donnerstag in Nürtingen sagte Maier: „Mindestens genauso wichtig wie neue Produkte und die Eroberung neuer Märkte sind starke Partnerschaften und der damit verbundene Abschied von der Illusion, alles alleine besser zu können. Diese Zeiten sind endgültig vorbei.“

Als Teil des Volkswagenkonzerns habe Skoda dafür bereits jetzt gute Voraussetzungen. Allerdings müsse sich auch ein Riese wie der Wolfsburger Autobauer weiter für neue Partner öffnen – seien es Start-ups, Hochschulen oder auch der Politikbetrieb. Einen Baustein hob Maier aber mehrfach explizit hervor: Die Beziehung zwischen Hersteller und Handel. „Diese ist für mich untrennbar“, sagte der Skoda-Chef.

Auch die Digitalisierung werde daran nichts ändern. Warum das so ist? „Das Internet mag jedem Menschen Informationen zugänglich machen. Aber Information ist nicht gleich Wissen. Beratung und persönlichen Kontakt kann das Netz nicht ersetzen“, sagte Maier. Das Produkt Auto werde für viele Kunden ein begehrenswertes Objekt bleiben. Ohne Handel werde man Interessenten aber nicht in der gewünschten Qualität bedienen können.

Dennoch herrschte zuletzt auch im deutschen Skoda-Händlernetz aufgrund der anstehenden neuen Händlerverträge eine gewisse Unsicherheit. Maier sieht die Thematik aber unaufgeregt. „Wir sind und wir bleiben vor allen Dingen eines: Partner. Gemeinsam können wir die Zukunft erfolgreicher gestalten“, sagte der Skoda-Chef. Eine der wichtigsten Aufgaben sei es nun, aus den neuen Möglichkeiten, die sich gerade durch die Digitalisierung bieten, auch tragfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln. „Dabei sollten wir offener werden und Dinge auch einfach mal ausprobieren“, appellierte Maier an die rund 600 Kongressbesucher in Nürtingen.

Das gelte auch für den Handel, der aus Maiers Sicht aber „ohnehin sehr gut weiß, was auf ihn zukommt und darauf auch vorbereitet ist“. In den kommenden Jahren bleibe gleichwohl das Primärprodukt Auto essenziell für Skoda. Bis 2020 will der Hersteller 20 neue Modelle auf den Markt bringen, neun davon sollen elektrifiziert sein. Der erste Plug-in-Hybrid der Marke wird im kommenden Jahr erwartet, 2020 soll dann das erste reinelektrische Fahrzeug folgen.

Mitte bis Ende des nächsten Jahrzehnts will Skoda dann seinen Jahresabsatz auf zwei Millionen Autos pro Jahr steigern. „Skoda hat dafür das Potenzial. In zahlreichen bestehenden Märkten ist für uns noch viel mehr drin und in vielen Ländern sind wir noch nicht einmal vertreten. Und die Nachfrage ist in vielen Märkten höher als das Angebot“, zeigte sich Maier selbstbewusst.

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