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Skoda-Partner fordern Verursacherprinzip im Motorenskandal

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andree Stachowski

Grundsätzlich laufen die Geschäfte bei den Skoda-Händlern. Doch wegen der VW-Vorfälle wächst im Handel die Sorge. Verbandschef Thomas Peckruhn fordert, dass Folgekosten nach dem Verursacherprinzip beurteilt werden müssen.

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(Foto: Grimm)

Vor dem Hintergrund der Vorgänge im Volkswagenkonzern haben die Skoda-Händler am Wochenende in Hamburg mit dem Importeur die Stolpersteine diskutiert, die den Absatzerfolg der Marke erschweren. Deutlich wurde auf beiden Seiten der Wille, speziell die Folgen des Motorenskandals in einem gemeinsamen Kraftakt zu minimieren.

Skoda-Chefin Imelda Labbé signalisierte den über 300 anwesenden Partnern auf der Jahreshauptversammlung des Skoda-Händlerverbands „dafür zu sorgen, dass Sie unbeschadet aus der Situation herausgehen“. Der Importeur arbeite mit Hochdruck an der Aufarbeitung der Fakten und Erarbeitung von Maßnahmen. Diese würden einerseits gemeinsam mit den betroffenen Konzernmarken erarbeitet, andererseits sicherte sie zu, die Belange des Skoda-Handels in Abstimmung mit dem Händlerverband zu berücksichtigen.

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Der Importeur verfolgt die Linie, zunächst die Informationen zu sammeln, dann zu prüfen und schließlich mit soliden Fakten umfassend zu informieren. So wird derzeit eine Liste der betroffenen Fahrzeuge erstellt. Anders verhält es sich mit den Sofortmaßnahmen für den Kundenkontakt. Hier warb der seit dem 1. Oktober amtierende Vertriebschef Stephan Quary dafür, lieber Angebote aufzulegen, die nicht jeden Fall abdecken, als lange zuzuwarten, bis eine Maßnahme hundertprozentig ausgereift sei.

In der Händlerschaft sieht man zwar viele Risiken und Unwägbarkeiten, grundsätzlich ist das Vertrauen in die Marke jedoch nicht erschüttert. „Die aktuelle Situation tut schon weh, aber wir haben in den letzten Jahren die Grundlagen geschaffen, dass wir den Abgasskandal überwinden können“, brachte Verbandspräsident Thomas Peckruhn die Stimmung in seinem Eingangsstatement auf den Punkt. Er machte jedoch auch klar, dass die Händler nicht bereit sind, für die Fehler des Konzerns finanziell geradezustehen. „Das Wort Händlerbeteiligung gefällt mir nicht, vielmehr gilt das Verursacherprinzip.“

Lösung strittiger Fragen

Dass Meinungsverschiedenheiten bei Skoda grundsätzlich lösbar sind, verdeutlichten die Ergebnisse, die der Verband in den vergangenen zwölf Monaten in Gesprächen mit dem Importeur erzielt hat. Insbesondere der Arbeitskreis Service hatte in acht Gesprächsrunden Verbesserungen durchgesetzt, etwa bei den Systemen DISS und ODIS, in der Kulanzgewährung oder mit verbesserten Reaktionszeiten für Anträge der Händler.

Auch wurde bis zum Vorabend der Hauptversammlung um vorgeschriebene Qualifikationen in den Betrieben gerungen. Dabei stellte sich heraus, dass viele Kompetenzen in den Betrieben bereits ausreichend vorhanden sind, so dass die ursprünglich geforderten Weiterbildungen unterbleiben können. Ein Umstand, der insbesondere kleinere Betriebe entlasten dürfte. „Wir haben qualifiziertes Personal, das muss man doch nicht für eine neu am Schreibtisch festgelegte Funktion von Null auf Hundert schulen“, begründete Christian Mette vom Arbeitskreis Service den Widerstand des Verbands. Zudem erinnerte er daran, dass in den Werkstätten im kommenden Jahr jeder produktive Mitarbeiter benötigt wird, um die frisierten Motoren zügig umzurüsten.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«