Skoda Sunroq: Ein Cabrio für die Träume

Autor: Andreas Grimm

Der Erfolg von Skoda fußt unter anderem auf neuen Modellen. Doch dabei geizen die Tschechen mit emotionalen Derivaten, etwa einem Cabrio. Wie das aussehen könnte, zeigt nun eine von Nachwuchskräften aufgebaute Studie.

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Mit dem Skoda Sunroq zeigen Auszubildende des tschechischen Herstellers, wie ein Cabrio ins Produktportfolio der Marke passen könnte.
Mit dem Skoda Sunroq zeigen Auszubildende des tschechischen Herstellers, wie ein Cabrio ins Produktportfolio der Marke passen könnte.
(Bild: Skoda)

Cabrios von Skoda gibt es schon lange nicht mehr, obwohl das Felicia Cabrio unter den Anhängern der Marke Kultstatus genießt. Dass an einem offenen Tschechen Interesse bestehen könnte, zeigt das aktuelle Azubi-Projekt des Herstellers in der Zentrale in Mlada Boleslav: Dort haben 23 Auszubildende der Skoda-Berufsschule das fünfte Azubi Concept Car entworfen: ein SUV Cabrio.

Bereits vor vier Jahren hatte ein ähnliches Azubi-Projekt die Hoffnung auf ein Skoda-Cabrio genährt: der Skoda Citijet auf Basis des Citigo. Der damalige Skoda-Kommunikationschef Andreas Gottwald hatte entsprechende Spekulationen allerdings abgewehrt. Die Gründe von damals gelten noch heute: Das Kundeninteresse an Cabrios sinkt generell, bekanntlich sind SUVs viel gefragter. Entsprechend richtet sich die Skoda-Modellpolitik aus. Auch mit dem Buggy Element hatte sich der Skoda-Nachwuchs bereits dem Freiluft-Vergnügen gewidmet.

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Wobei: Immerhin wagt das aktuelle Azubi-Projekt ja den Spagat zwischen SUV und Cabrio, denn entstanden ist die Studie auf der Basis des Skoda Karoq. Folgerichtig trägt das Cabrio eine in die Skoda-Nomenklatur passende Modellbezeichnung: Skoda Sunroq. Ermittelt wurde der Name mithilfe einer Social-Media-Kampagne, über die mehrere hundert Namensideen kamen, aus denen die Skoda-Nachwuchskräfte auswählten.

Die fünfte Auflage des Azubi-Projekts startete im Oktober 2017. Mit dem Karoq nutzten die 23 Teilnehmer das neueste Serienmodell ihres Herstellers und ließen dabei die Grundkarosserie unverändert. Damit misst der Sunroq 4.382 Millimeter in der Länge, 1.811 Millimeter in der Breite und sein Radstand beträgt 2.638 Millimeter. Allerdings liegt das Cabrio dank der Stoßdämpfer des Skoda Oktavia RS tiefer auf der Straße als das Ausgangsmodell. Beteiligt waren Auszubildende aus sieben Lehrberufen der Bereiche Technische Entwicklung, Design und Produktion.

Vielfältige Modifikationen der Vorlage

Abseits der Plattform arbeiteten die Projektteilnehmer aber kräftig an der Karoq-Vorlage. Nachdem das Dach entfernt war, mussten die Türen angepasst und die Heckklappe komplett neu entworfen werden. Zudem überarbeiteten die Azubis die gesamte Heckpartie einschließlich der Abgasanlage. Zudem erfolgten Anpassungen an A- und B-Säulen, an Front und Heck trägt der Sunroq veränderte Stoßfänger.

Zudem ließen die Azubis ihrer gestalterischen Fantasie freien Lauf. Beispielsweise leuchten die Skoda-Logos am Auto in der Dunkelheit. Spezielle Blinkerleuchten sowie hinterleuchtete Türgriffe gehören ebenfalls zu den markanten Details. Bei Dunkelheit werden aus den Stoßfängern heraus Skoda-Logos auf den Asphalt projiziert.

Der 1,5-Liter-Turbobenziner – ein leicht modifiziertes Serienaggregat, das dank veränderter Motorsteuerung auf 120 kW/163 PS kommt (statt 110 kW/150 PS) – läuft ziemlich markant. Der Vierzylinder röhrt und trompetet in allen erdenklichen Tonlagen. Wenn man ihn drehen lässt, enttäuscht die potent wirkende, vierflutige Auspuffanlage nicht. Zu diesem sportlichen Timbre passt auch das manuelle Sechsganggetriebe. Und der Zugang zur Rückbank ist denkbar praktisch – klar, es ist ja ein Viertürer. Einer, dessen Kofferraum diesen Namen verdient hat.

Der Traum bleibt wohl ein Traum

Gibt es also Hoffnung für ein Skoda Cabrio? Zumindest haben die Tschechen den Namen schützen lassen. Doch auf Anfrage unterstreicht der deutsche Importeur, dass es sich beim Sunroq um Fingerübungen der Azubis handelt. „Eine Weiterentwicklung zur Serie ist nicht vorgesehen“, heißt es deutlich. Die Absatzerwartungen für Cabrios sind einfach zu gering bei gleichzeitig steigenden Auflagen hinsichtlich Crashanforderungen und Stabilität. Dazu kommt, das Skoda derzeit keine Produktionskapazitäten frei hat. Cabrio-Liebhaber sollten also besser nach einem dachlosen Felicia Ausschau halten.

Vor dem aktuellen Projekt hatten die Skoda-Nachwuchskräfte bereits verschiedene Karosserievarianten entworfen: Nach und nach entstanden das erste Cabrio Citijet als modifizierter Citigo, der Pick-up Funstar auf Fabia-Basis, das Coupé Atero als schnittiger Rapid-Klon und der Buggy Element erneut als umgebauter Citigo.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«