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Skoda überholt Opel im Verkaufsranking

| Autor: Andreas Grimm

Im ersten Halbjahr 2020 hat sich Skoda ein weiteres Stück vom Neuwagen-Kuchen in Deutschland abgeschnitten: Die Tschechen rückten auf Platz sechs der Neuzulassungsstatistik vor. Dahinter stecken mehrere Gründe.

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(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Skoda hat in seiner seit einem Vierteljahrhundert anhaltenden Aufwärtsentwicklung in Deutschland einen weiteren Meilenstein genommen. Im ersten Halbjahr 2020 rückte das tschechische Fabrikat auf Platz sechs der verkaufsstärksten Marken auf. Bemerkenswert ist dabei, dass Skoda einen urdeutschen Konkurrenten überflügelte: Opel.

Wegen der Corona-Verwerfungen haben die Zahlen für das erste Halbjahr zwar nur bedingt Aussagekraft, doch die Tendenz ist klar. Mit knapp 72.000 Neuzulassungen kommt Skoda auf einen Marktanteil von 5,9 Prozent. Im ersten Halbjahr 2020 konnte das Fabrikat 5,9 Prozent der Neuwagenkunden für sich überzeugen. Opel ist dagegen stark eingebrochen: der Marktanteil der Rüsselsheimer sank von 6,4 auf 5,0 Prozent bei knapp 61.000 Neuzulassungen im ersten Halbjahr.

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„Die Auswirkungen der Krise und der zeitweilige Lockdown haben auch bei Skoda zu einem deutlichen Rückgang des Ergebnisses geführt“, erklärt Frank Jürgens, Sprecher der Geschäftsführung von Skoda Auto Deutschland, laut einer Pressemitteilung. „Es ist uns aber gelungen, die Effekte abzumildern und im Wettbewerbsvergleich unseren Marktanteil weiter auszubauen.“ Konkret sanken die Skoda-Neuzulassungen im ersten Halbjahr um 33,1 Prozent, Opel verlor 48,2 Prozent.

Hinsichtlich der eigenen Ziele äußert sich Skoda grundsätzlich zurückhaltend. Trotzdem war in den letzten Jahren erkennbar, dass man Opel grundsätzlich den Rang ablaufen wollen würde. Dass es so schnell passiert, war allerdings nicht unbedingt zu erwarten. Vor drei Jahren noch, im ersten Halbjahr 2017, lag der Opel-Marktanteil (7,1 %) noch 1,6 Prozentpunkte vor dem Skoda-Wert.

In das aktuelle Ranking spielt allerdings auch hinein, dass Opel den lange Zeit hohen Anteil an Eigenzulassungen in den vergangenen Monaten deutlich gesenkt hat. Waren es im ersten Halbjahr 2019 noch rund 39 Prozent, waren es im aktuellen Zeitraum rund 29 Prozent. Damit tut Opel in gewisser Weise das, was Skoda-Chef Frank Jürgens gerne propagiert: „Entscheidend sind nachhaltige Geschäfte“.

Getrieben wird der Skoda-Erfolg zudem weiterhin von der SUV-Strategie der Tschechen im Gleichklang mit den Konzernschwestern VW und Seat. Stark gefragt waren weiterhin die Modelle Karoq, Kodiaq und zuletzt der Kamiq. Und auch die elektrifizierten Modelle kommen im Markt an: Für den Citigo-E und den Superb iV verzeichnet Skoda seit Jahresanfang bislang rund 15.000 Auslieferungen oder Bestellungen.

Dass sich an dem Ranking des ersten Halbjahres im weiteren Jahresverlauf etwas ändert, ist unwahrscheinlich. Im Juni sackte Opel auf 4,4 Prozent ab – Skoda kletterte auf 6,2 Prozent. Dabei sind die Auftragseingänge beim Importeur laut Jürgens so erfreulich, „dass wir optimistisch in die zweite Jahreshälfte starten können“. Dass die Tschechen die im vergangenen Jahr aufgestellte Absatz-Bestmarke von 200.000 Neuwagen erneut überschreiten, dürften aber selbst Berufsoptimisten in der Importeurszentrale nicht mehr erwarten.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«