Skoda verbucht in der Corona-Krise noch Erfolge

Autor Andreas Grimm

Der Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat in der Skoda-Bilanz Spuren hinterlassen. Insbesondere die Auslieferungen sind gefallen, doch bei anderen Bilanzkennzahlen schnitt der Autobauer gut ab. In einem Markt legte der Absatz sogar deutlich zu.

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(Foto: Skoda)

Die Corona-Pandemie hat das lange anhaltende Absatzwachstum von Skoda endgültig zum Erliegen gebracht. Hatte im Vorjahr bereits die sinkende Nachfrage in China global zu leicht rückläufigen Absatzzahlen geführt (-0,9 %), brachen die Auslieferungen im ersten Quartal 2020 nun unter dem Eindruck des weltweiten Stillstands um ein Viertel ein. In den ersten drei Monaten des Jahres brachten die Tschechen nach eigenen Angaben noch 232.900 Neuwagen an den Mann (-24,3 %).

Besonders deutlich fielen die Auslieferungsverluste in China aus, wo nur noch 29.000 Einheiten an den Mann gebracht wurden (-55 %). In der Heimatregion Zentraleuropa fiel das Minus von 10 Prozent ebenfalls recht moderat aus, während die Rückgänge in Westeuropa um 23 Prozent auf 106.000 Einheiten deutlich spürbar waren. Erstaunlich ist die Entwicklung in Russland, wo der Absatz sogar kräftig auf 21.000 Einheiten stieg (+14 Prozent). Allerdings hat die Corona-Pandemie Russland auch erst im April erreicht.

Bislang hat Skoda die Krise unter dem Strich vergleichsweise gut überstanden – nicht zuletzt, weil der Umsatzrückgang überraschend gering ausfiel. Im ersten Quartal 2020 hat Skoda einen Umsatz von 4,85 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das sind nur 1,4 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das operative Ergebnis liegt mit 307 Millionen Euro noch deutlich im Plus. Ebenso die Umsatzrendite, die von 8,3 auf 6,3 Prozent gesunken ist.

Zweites Quartal dürfte schwächer ausfallen

Entwarnung ist dennoch fehl am Platz, verdeutlicht Skoda-Finanzvorstand Klaus-Dieter Schürmann: „Die größten Belastungen der aktuellen Krise erwarten wir im zweiten Quartal, gefolgt von einer schrittweisen Erholung im dritten Quartal und einer möglichen Rückkehr auf Vorjahresniveau im vierten Quartal.“ Sein Hauptaugenmerk gilt derzeit der Sicherung der Liquidität. Angesichts der guten Ergebnisse der Vorjahres verfüge der Autobauer aber über ausreichende Mittel, versicherte Vorstandschef Bernhard Maier laut einer Pressemitteilung.

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Bislang hat Skoda wegen des Produktionsstopps und unterbrochener Lieferketten über 100.000 Fahrzeuge nicht produzieren können. Gleichwohl werde der Hersteller „um jedes Auto kämpfen, denn unser Auftragsbestand ist nach wie vor hoch“, so Maier weiter. Er will daher an den mittel- und langfristigen Wachstumsplänen festhalten.

Dabei setzt Vertriebsvorstand Alain Favey nicht zuletzt auf die Vertriebsorganisation, die entsprechend vom Hersteller unterstützt wurden, nicht nur in Deutschland. Wir haben in den vergangenen Wochen umfangreiche Maßnahmenpakete für jeden Markt geschnürt. Unser Ziel ist es, nach der schrittweisen Wiedereröffnung unserer Handelsbetriebe so schnell wie möglich wieder Fahrt aufzunehmen“, so Favey.

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