„Smart-Händler holen im zweiten Halbjahr ordentlich auf“

Smart-Verbandssprecher Friedrich Maier im Interview

| Autor: Andreas Grimm

Friedrich Maier ist Vorsitzender des Verbands der Smart-Vertriebspartner in Deutschland.
Friedrich Maier ist Vorsitzender des Verbands der Smart-Vertriebspartner in Deutschland. (Bild: Privat)

Redaktion: Die Smart-Zulassungen sind seit Jahresstart um 7,6 Prozent gefallen. Woran liegt das angesichts des allgemeinen Absatzbooms in Deutschland?

Friedrich Maier: Ganz einfach – am Erfolg. Die Smart-Händler haben im vergangenen Jahr die Lager leerverkauft. 2016 war das beste Smart-Jahr aller Zeiten. Die Kehrseite ist, dass die Neuware nicht schnell genug kommt, daher der Rückgang.

Schlecht fürs Geschäft …

Wir werden den Rückstand im zweiten Halbjahr ordentlich aufholen, da wir hohe Auftragsbestände haben. Am Ende des Jahres wird abgerechnet, und das Endergebnis macht uns keine Sorgen. Problematisch sind einzig die Wartezeiten für die Kunden. Wir versuchen, sie zu überbrücken, damit die Interessenten nicht abwandern. Das gelingt allerdings nicht immer.

Auch weltweit läuft es für Smart nicht so rund wie 2016. Steigt dadurch der Absatzdruck im Heimatmarkt?

Nein, definitiv nicht. Dafür sind wir nicht zu haben, schon allein weil unsere Händlerverträge nicht auf Zulassungszielen basieren. Dadurch können wir die Marktpreise besser halten, die Smart-Eigenzulassungen liegen auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres.

Eine Zukunftshoffnung ist der E-Smart. Wie entwickelt sich die Nachfrage?

Das Konzept ist ein großes Thema und niemand hätte erwartet, wie stark sich die Nachfrage entwickelt. Das Kontingent für Deutschland, rund 2.500 Einheiten, war quasi mit dem Verkaufsstart im März schon vermarktet. Wer heute bestellt, muss bis zum ersten Quartal 2018 warten. Derzeit hoffen wir auf Zusatzeinheiten, aber die sind noch nicht bestätigt.

Smart Electric Drive: Neuauflage des Stromers

In den USA will Smart nur noch E-Modelle verkaufen. Hat das Auswirkungen auf den deutschen Markt?

Smart als reine Elektromarke halte ich noch für Zukunftsmusik, ein Zeitpunkt dafür wäre rein spekulativ. Grundsätzlich wäre Smart als Stadtauto dafür natürlich prädestiniert.

Smart gibt es als Zwei- und als Viersitzer. Wünscht sich der Handel weitere Varianten?

Natürlich hat der Handel immer Wünsche, insbesondere ein SUV-Modell. Darauf ist die derzeitige Modellpolitik jedoch nicht ausgelegt. Der Handel kommt mit der aktuellen Palette hin, auch wenn er mir mehr Modellen noch ein bisschen besser zurechtkommen würde.

Die Mercedes-Partner müssen kräftig in die CI investieren. Steht für die Smart-Betriebe auch etwas an?

Zwischen Handel und Hersteller ist alles vereinbart, insbesondere Pylone und Einfahrtsschilder müssen bis 2018 aktualisiert sein. Der Aufwand ist überschaubar und sicherlich auch gerechtfertigt. Beispielsweise hat sich der Smart-Schriftzug etwas verändert.

Renault verzeichnet derzeit viele Rückrufe. Nun stehen Smart und Twingo auf einer Plattform. Sehen die Smart-Händler Probleme in puncto Qualität?

Nein, die Fehlerquellen nach der Markteinführung sind abgearbeitet, wir haben keine Rückrufaktionen laufen. Außer Software-Updates, die im Rahmen regulärer Werkstattbesuche abgearbeitet werden, ist nichts offen.

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