Sparpreis-Stromer So fährt der Dacia Spring

Autor / Redakteur: sp-x / Yvonne Simon

Große Batterie, kleiner Preis – damit lockt ab Herbst der Dacia Spring. Doch als Preis-Leistungs-Wunder erlebt man den neuen Einstiegs-Elektriker in der Praxis dann doch nicht.

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Mit dem Dacia Spring sinkt der Einstiegspreis in die E-Mobilität in Deutschland auf unter 11.000 Euro.
Mit dem Dacia Spring sinkt der Einstiegspreis in die E-Mobilität in Deutschland auf unter 11.000 Euro.
(Bild: Dacia)

Auch im aufkeimenden Elektro-Zeitalter darf die Marke Dacia weiter für das niedrigste Preisniveau auf dem deutschen Automarkt stehen. Mit dem Micro-SUV Spring bringt der Renault-Ableger in diesem Jahr nämlich einen Stromer auf den Markt, der abzüglich Innovationsprämie für knapp unter 11.000 Euro zu haben ist.

Dass man bei Qualität und Ausstattung auf einiges verzichten muss, ist von vornherein klar. Doch hat der Elektro-Zwerg durchaus seine Berechtigung. Er fährt sich unkompliziert, bisweilen sogar überraschend spritzig und ist zudem alltagstauglich. Mehr bräuchte es eigentlich nicht.

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Auf Bildern wirkt der Spring mit seiner robusten SUV-Aura durchaus stattlich, doch steht man vor dem 3,73 Meter kurzen Fünftürer, macht er eine verblüffend kleine Figur. Die Wurzeln des Spring gehen auf den vornehmlich für den indischen Markt entwickelten Renault Kwid zurück, der seit 2020 in China in der Elektroversion K-ZE gebaut und vertrieben wird. Eben jene China-Variante darf mit einigen Anpassungen für den europäischen Autofahrer als Dacia Spring auf Kundenfang gehen.

Auch wenn der Spring überraschend klein ausfällt, bekommt man als Fahrer innen keineswegs Platzangst. Selbst größeren Personen bietet er ausreichend Kopffreiheit, zudem wird das rechte Bein nicht von einer wuchtigen Mittelkonsole eingeengt. Leider lassen sich Fahrersitz und Lenkrad nicht auf das individuelle Format des Fahrers hin anpassen, lediglich der Sicherheitsgurt ist in der Höhe verstellbar.

Innen dominiert Hartplastik

Der Arbeitsplatz wirkt modern eingerichtet, denn das Kombiinstrument verzichtet auf klassische Analoganzeigen und wirkt mit seiner semitransparenten Leuchten-Instrumentierung und einem kleinen Zentraldisplay beinahe wie ein volldigitales Cockpit. Definitiv nur digital ist der große Touchscreen in der Mittelkonsole für das Infotainmentsystem mit GPS-Navigation. Dieser wird zwar von einem Rahmen in schmuckem Hochglanzschwarz eingefasst, doch ansonsten dominiert innen billiges Hartplastik, welches zudem eine etwas unfeine Duftnote versprüht. Die Verarbeitung geht weitgehend in Ordnung, doch zeigen sich an mehreren Stellen unverkleidete Schraubenköpfe, zudem ist der Fahrzeugteppich stellenweise unsauber verlegt.

Um durch eine der beiden hinteren Türen in den Fond zu gelangen, muss man sich als Erwachsener etwas klein machen. Sitzen kann man auf der Rückbank maximal zu zweit. Die Kopffreiheit ist gut, die Kniefreiheit eingeschränkt. Dank der Abwesenheit eines Kardantunnels bleibt dafür den Fondgästen seitlicher Entfaltungsspielraum für die Beine.

Klassisch: Zündschloss und Handbremshebel

Der 270 Liter fassende Kofferraum bietet genügend Platz für einen Wocheneinkauf, dank einer einfach umlegbaren Rückbanklehne lässt sich bei Bedarf auch deutlich mehr einladen. Das einfache Variabilitätskonzept lässt also lediglich die Wahl zwischen Vier- oder Zweisitzer.

Gestartet wird klassisch mit einem Lenkradschloss-Schlüssel, ein grünes „OK“ im Cockpit signalisiert die Fahrbereitschaft. Anschließend wird der Fahrregelschalter von „N“ auf „D“ gedreht. Eine „P“-Stellung gibt es übrigens nicht. Will man den kleinen Dacia parken, wird auf neutral geschaltet und das Fahrzeug zudem mit dem klassischen Handbremshebel gesichert.

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