So fährt sich die neue Mercedes S-Klasse

Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Die S-Klasse soll für Mercedes einen Wendepunkt markieren: Weg von zahllosen Varianten, zurück zu mehr Hochglanz soll es für die Schwaben gehen. Wir haben uns bei einer ersten Ausfahrt einen Eindruck verschafft, ob der Luxusliner den höchsten Ansprüchen gerecht werden kann.

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Mit der neuen S-Klasse als Startschuss will Mercedes den Fokus wieder auf margenträchtigere Autos richten.
Mit der neuen S-Klasse als Startschuss will Mercedes den Fokus wieder auf margenträchtigere Autos richten.
(Bild: Daimler)

Wenn Mercedes eine neue S-Klasse auf den Markt bringt, dann war den Schwaben die Aufmerksamkeit der Autowelt bislang immer gewiss. Das galt auch für die letzte Generation der Oberklasse, die 2013 vorgestellt wurde und jetzt einer neuen S-Klasse weichen muss. Doch diesmal scheinen die Dinge zumindest hierzulande etwas anders zu laufen, alle Aufmerksamkeit zieht die ab 94.540 Euro (brutto, 16 % MwSt.) für den S 350 Diesel erhältliche Luxuslimousine nicht mehr auf sich.

Zu sehr ist die Autowelt im Wandel, steht das Auto als solches im Feuer; selbst im eigenen Haus erwächst ihr ab dem kommenden Jahr mit dem vollelektrischen EQS mächtig Konkurrenz. Ein automobiles Statement, das „wieder die Schlagzahl in der Automobilindustrie bestimmen wird“, wie der Produktleiter der S-Klasse Uwe Ernstberger meint, ist die neue S-Klasse aber allemal – und wie und je vollgestopft mit neuen, weiterentwickelten oder mindestens verbesserten Technologien.

Mercedes S-Klasse: Konservativ, aber innovativ
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Diese alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Beginnen wir lieber mit dem Design, das aufschlussreiche Rückschlüsse auf die Vermarktung des Fahrzeugs zulässt. Denn ein Blick auf den mächtigen Kühlergrill zeigt schon, dass nicht mehr allein der europäische Geschmack ausschlaggebend gewesen ist. Hier lässt vielmehr Asien und speziell China grüßen, wo man (finanziellen) Erfolg gerne auch optisch zeigt. Dass Mercedes dies aufgreift, ist letztlich nur konsequent, wurde von den 500.000 Exemplaren der letzten Generation doch bereits ein Drittel nach China verkauft. Auch die Tatsache, dass insgesamt 90 Prozent dieser S-Klassen über den optionalen langen Radstand verfügten, unterstreicht dies.

Andererseits: Von der Prestigegelüste befriedigenden Front einmal abgesehen, gibt sich die S-Klasse optisch eher zurückhaltend. Im Vergleich zum Vorgängermodell sind die Flächen zwar modulierter und damit muskulöser gestaltet, kommen aber mit weniger Karosseriefalzen aus. Zusammen mit dem eher braven Heck mit seinen jetzt zweiteiligen Leuchten ergibt sich ein nachgerade vornehmer, mindestens aber langlebiger Auftritt. Diese S-Klasse wird – vielleicht wie heute ein alter Jaguar XJ - auch noch in 10 oder 20 Jahren gut aussehen.

Beim Antrieb bleibt Mercedes zunächst konventionell

Beim Antrieb geht es zunächst konventionell zu. Es stehen Benziner und Diesel mit je sechs Zylindern zur Verfügung. In wenigen Wochen folgt der Achtzylinder, der wohl vor allem in den USA als zweitwichtigstem Markt Anklang finden wird. Und kommendes Jahr bringt Mercedes dann eine Plug-in-Version, die es immerhin auf 100 Kilometer rein elektrische Reichweite bringen soll und damit im Alltag sogar mehr sein kann, als ein grünes Feigenblatt.

Wir steigen ein in den mit jeder Menge Zusatzausstattung versehenen S 500 mit Allradantrieb und treffen auf ein Interieur, dass man in dieser Mischung aus feinen Materialen, tollen Sitzen, modernem Infotainment und penibler Verarbeitung so noch nicht gesehen hat. Kunststück, mag so mancher jetzt denken, schließlich ist die S-Klasse ja im Moment auch das aktuellste Modell in ihrem Segment, zu dem man in Deutschland sowieso sonst nur den Audi A8 ,den BMW 7er und den in nur winzigen Dosen verkauften Lexus LS zählen darf.

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