Marktstart wohl 2023 So stellt sich Audi einen elektrischen A6 vor

Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Mit dem E-Tron GT bietet Audi bereits ein Elektroauto mit 800-Volt-Technik an, die allerdings von Porsche stammt. Jetzt zeigen die Ingolstädter ihren ersten Wurf auf eigener 800-Volt-Architektur, auf der vieles möglich werden soll. Den Anfang macht der A6.

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Mit einem Marktstart des Audi A6 E-Tron ist 2023 zu rechnen.
Mit einem Marktstart des Audi A6 E-Tron ist 2023 zu rechnen.
(Bild: Audi)

Auf der Auto Shanghai (21. – 28. April) gibt Audi mit dem Konzeptfahrzeug A6 E-Tron Ausblick auf seine nächste Evolutionsstufe batterieelektrisch angetriebener Modelle. Die Studie ist Vorbote der sogenannten „Premium Plattform Electric“, kurz PPE, welche mit großen Batterien und 800-Volt-Architektur üppige Reichweiten ermöglichen soll. Im Falle des A6 E-Tron versprechen die Ingolstädter über 700 Kilometer mit einer Akkuladung.

Mit seiner 4,96 Meter langen Karosserie ist die Studie in etwa so lang wie der aktuelle A6. Beim Design handelt es sich indes um eine Weiterentwicklung der Formensprache der Baureihe, welche schon recht konkret andeutet, wie ein elektrisch angetriebenes Modell der Oberklasse von Audi aussehen könnte. Die Außenhaut zeichnet sich zudem durch einen aerodynamischen Feinschliff aus, der für einen cw-Wert von lediglich 0,22 sorgt.

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Unter anderem zeigt das Konzept kommende Scheinwerfer-Technik: Am Heck gibt es ein durchgehendes Lichtband aus OLED-Elementen, die individuelle und dynamische Lichtinszenierungen erlauben. Andere Leuchteinheiten in den Flanken dienen dazu, Warnsignale oder Blinker auf den Asphalt zu projizieren. Schließlich lassen sich mit den LED-Matrix-Scheinwerfern sogar Inhalte von Videospielen „in Kinoqualität“ an Wände projizieren. Ladepausen könnten damit kurzweiliger werden. Diese sollen ohnehin kurz ausfallen, denn bis zu 270 kW Ladeleistung wird die neue Elektroplattform verdauen können. Im Fall des A6 E-Tron könnte der Akku so Strom für 300 Kilometer in 10 Minuten aufnehmen.

Flach gilt als das neue Premium in der E-Mobilität, wofür auch die kommende PPE-Basis stehen soll. Im Fall des A6 E-Tron verteilt sich die üppig dimensionierte 100-kWh-Batterie über die gesamte Fahrzeugbasis, was für eine insgesamt recht niedrige Silhouette sorgt. Auf PPE-Basis soll es allerdings auch Modelle mit Hochbodenstruktur im B- und C-Segment geben.

Allrad auch ohne Kardantunnel

Auch dank der flach bauenden Batterie wird der Innenraum des A6 E-Tron geräumig ausfallen und seinen Insassen vorne wie hinten viel Beinfreiheit lassen. Zudem gibt es keinen Kardantunnel mehr für einen Allradantriebsstrang. Auf Quattro-Technik müssen Kunden künftig dennoch nicht verzichten, denn auf PPE-Basis lassen sich ein- oder zweimotorige Antriebssysteme realisiert, letztere sind in der Lage, auf die Vorder- und Hinterachse gleichermaßen einzuwirken. Kleinere und effizientere Modelle erhalten lediglich einen Heckmotor.

Im Fall des zweimotorigen A6 E-Tron soll die Gesamtleistung bei 350 kW/476 PS und 800 Newtonmeter Drehmoment liegen. Laut Audi soll eine solche Performance-Variante den Sprint auf 100 km/h in weniger als 4 Sekunden schaffen. Basismodelle auf PPE-Basis mit einem Motor sollen den Sprint in unter sieben Sekunden schaffen. Im Fall des A6 E-Tron sorgen neben zwei Motoren noch Fünflenker-Achse vorne sowie eine Mehrlenker-Achse im Zusammenspiel mit einer Luftfederung und Adaptivdämpfern für ein dynamisches Fahrverhalten bei gleichzeitig hohem Komfort.

Wann genau ein Modell der Oberklasse wie der A6 E-Tron auf den Markt kommen wird, lässt Audi offiziell noch offen. Für 2023 verspricht der Autobauer aber erste Serienmodelle auf PPE-Basis.

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