TÜV Nord Solide Entwicklung trotz Corona

Autor: Dr. Holger Schweitzer

Der TÜV Nord ist gut durch das Geschäftsjahr 2020 gekommen. Während der Coronakrise konnte die Sachverständigenorganisation sogar ihren Marktanteil ausbauen. Insbesondere die Sparte Mobilität entwickelte sich positiv.

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Das Geschäftsfeld Mobilität bescherte dem TÜV Nord auch im Corona-Jahr Zuwächse. Zukunftschancen sieht das Unternehmen insbesondere rund um neue Antriebssysteme.
Das Geschäftsfeld Mobilität bescherte dem TÜV Nord auch im Corona-Jahr Zuwächse. Zukunftschancen sieht das Unternehmen insbesondere rund um neue Antriebssysteme.
(Bild: TÜV Nord)

Der TÜV Nord ist gut durch das Corona-Jahr 2020 gekommen und geht mit wirtschaftlichem Rückenwind ins Jahr 2021. Das ist das Resümee, das der Vorstand des Hannoveraner Unternehmens in dieser Woche bei der Jahrespressekonferenz präsentierte. Am stärksten wuchs laut der Sachverständigenorganisation die Zahl der durchgeführten Hauptuntersuchungen. Damit habe man branchenweit die Marktanteile ausbauen können.

Das Unternehmen stehe finanziell stabil da, sagte Finanzvorstand Jürgen Himmelsbach. Es sei gelungen, den Konzernumsatz und die Investitionstätigkeit fast auf dem Niveau von 2019 zu halten. Zudem habe man die Nettofinanzposition von 37 auf 82,6 Millionen Euro deutlich steigern können. „Dies ermöglicht uns, jederzeit unabhängig zu handeln und gezielt in Wachstums- und Transformationsprojekte zu investieren“, ergänzte Himmelsbach. Den Rückgang des Betriebsergebnisses von 75,2 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 47,8 Millionen Euro im vergangenen Jahr begründete der Finanzexperte mit Corona-bedingten Einschränkungen während der Lockdown-Zeiten.

Das Vorstandsteam der TÜV Nord AG: (v. l.) Dirk Stenkam, Vorstandsvorsitzender, Jürgen Himmelsbach, Finanzvorstand, und Astrid Petersen, Personalvorständin.
Das Vorstandsteam der TÜV Nord AG: (v. l.) Dirk Stenkam, Vorstandsvorsitzender, Jürgen Himmelsbach, Finanzvorstand, und Astrid Petersen, Personalvorständin.
(Bild: TÜV Nord)

Geschäftsfeld Mobilität wächst weiter

Einen Grund für die positive Entwicklung im vergangenen Jahr sieht das Unternehmen darin, dass es schnell digitale Konzepte für Aus- und Weiterbildungen umgesetzt habe sowie sogenannte digitale „Remote“-Technologien, beispielsweise für die Typgenehmigung von Fahrzeugen. Zudem blieben die TÜV-Stationen über das ganze Jahr hinweg und deutschlandweit unter Hygienevorgaben geöffnet.

Für das laufende Jahr erwartet Dirk Stenkamp, Vorstandsvorsitzender des TÜV Nord, dass der Bereich Mobilität weiter wächst und die Profitabilität steigt. Allerdings werde sich das Geschäft sukzessive verlagern. Ein Trend, der sich laut Stenkamp bereits bei den neuen Antriebssystemen abzeichne: Hier habe sich der Umsatz, den man mit dem Prüfen neuer Antriebe erzielt, bereits verdoppelt.

Kurzarbeit und Neueinstellungen

Auch was die Mitarbeiter angeht, will der TÜV Nord wachsen. Wie Personalvorständin Astrid Petersen erklärte, habe man zwar im vergangenen Jahr Mitarbeiter in die Kurzarbeit geschickt, aber man habe bewusst niemanden entlassen. Vielmehr wolle man den Mitarbeiterstamm ausbauen, sagte Petersen. So habe man 2020 die Vollzeitkräfte um rund 400 von weltweit 11.276 auf 11.658 ausgebaut. In Deutschland wurden laut der Personalvorständin 100 neue Stellen geschaffen. Bis 2025 will das Unternehmen 2.000 zusätzliche Fachkräfte einstellen und so auch dem Trend des demografischen Wandels entgegenwirken.

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Über den Autor

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Redakteur, Ressort Technik, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG