Suchen

Sparkurs bei Renault löst Demonstrationen und Streiks aus

| Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Bis zu 15.000 Stellen will Renault weltweit streichen. Rund ein Drittel davon soll laut den bisherigen Plänen auf Frankreich entfallen. Dort gingen am Wochenende deshalb Tausende Menschen auf die Straßen, in einem Werk wird gestreikt.

Firmen zum Thema

Bei Renault sollen bis zu 15.000 Stellen wegfallen.
Bei Renault sollen bis zu 15.000 Stellen wegfallen.
(Bild: Renault)

Der französische Staat macht den Weg für einen Kredit von fünf Milliarden Euro zugunsten des Autobauers Renault frei. Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire wolle die staatliche Garantie dafür billigen, teilte sein Ministerium am Dienstag in Paris mit. Der in finanzielle Schwierigkeiten geratene Hersteller hatte in der vergangenen Woche den Abbau von rund 15.000 Stellen weltweit sowie milliardenschwere Kostensenkungen angekündigt, um einer schweren Krise zu entrinnen.

Le Maire kam mit Vertretern von Renault, der Gewerkschaften sowie Volksvertretern zusammen. Dabei ging es um die Zukunft des großen Werks Maubeuge im Norden des Landes. Es soll nun ein Zukunftsplan verhandelt werden, um Produktion und Beschäftigung über 2023 hinaus abzusichern.

Am Samstag hatten Tausende Menschen in Maubeuge gegen die Sparpläne demonstriert. Viele Beschäftigte befürchten Verlagerungen der Produktion des Herstellers.

Der Fall ist politisch delikat: Präsident Emmanuel Macron hatte vor rund einer Woche von dem Konzern Zusagen für die Werke Maubeuge und Douai als Vorbedingung für die Vergabe eines staatlichen garantierten Kredits von fünf Milliarden Euro an den Hersteller gefordert. Diese beiden Fabriken sollen laut Renault zu einem Zentrum für Elektroautos und leichte Nutzfahrzeuge werden. Der Staat ist mit einem Anteil von 15 Prozent ein wichtiger Akteur bei Renault.

Streik in Choisy-le-Roi

Nach früheren Angaben des Renault-Präsidenten Jean-Dominique Senard soll im Zuge der Konzernsanierung bis 2022 ein kleines Werk im Pariser Großraum geschlossen werden. Dieses Werk in Choisy-le-Roi wird inzwischen bestreikt, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Gewerkschaften meldete. Weitere Schließungen seien nicht geplant, hatte Senard beteuert.

Renault schrieb im vergangenen Jahr rote Zahlen und ist stark von der coronabedingten Auto-Absatzkrise betroffen. Der Konzern hat allein in Frankreich 14 Standorte.

(ID:46622054)