Abgasuntersuchung Spezifikationen für Partikelmessgeräte

Autor: Steffen Dominsky

Die Geburt des Partikelmessverfahrens als neuer Teil der AU war wahrlich eine schwere. Doch nun, mit Veröffentlichung der Gerätespezifikationen, scheint die Sache in trockenen Tüchern zu sein. Zumindest auf den ersten Blick.

Die Einführung des Partikelzählverfahrens für Euro-6/VI-Diesel wird sich um zwei Jahre auf den 1.1.2023 verzögern. Denn erst jetzt hat Vater Staat die entsprechenden Gerätespezifikationen definiert.
Die Einführung des Partikelzählverfahrens für Euro-6/VI-Diesel wird sich um zwei Jahre auf den 1.1.2023 verzögern. Denn erst jetzt hat Vater Staat die entsprechenden Gerätespezifikationen definiert.
(Bild: AVL Ditest)

Was lange währt, wird endlich gut!“, pflegt der Volksmund zu sagen. So gesehen müsste das, was hierzulande in Sachen Verordnungen, Gesetze und Richtlinien so manches Ministerium verlässt, regelmäßig zu Freudentänzen verleiten – tut es aber nicht. Wir erinnern uns: 2017 kündigte Vater Staat an, ab dem 1.1.2021 die Partikelzählung im Rahmen der Diesel-AU vorzuschreiben. Nach vielen Jahren und zig Studien, die allesamt zu der Erkenntnis kamen, dass das klassische Opazimeter bei modernen Selbstzündern quasi blind ist, eine lange überfällige Entscheidung. Doch der Gesetzgeber schaffte es in gut drei Jahren nicht, besagte Zählung zum selbst definierten Termin an den Start zu bringen.

Wie in Ausgabe 1-2/2021 berichtet, wird sich die Einführung der Partikelzählung nun um ganze zwei Jahre verzögern – neuer Stichtag ist der 1.1.2023. Ein sattes Zeitpolster, möchte man meinen. Doch weit gefehlt! „In den kommenden rund 16 Monaten ist noch jede Menge zu tun. Viel ‚Luft nach oben‘ ist da nicht“, ist Harald Hahn überzeugt. Der Vorsitzende des Fachbereichs Diagnose und Abgasmessgeräte beim Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen (ASA) weiß, wovon er spricht. Schließlich begleitet Hahn als Verbandsverantwortlicher das Thema AU und Abgas seit vielen Jahren. Warum die Kiste trotz 24-monatiger Verspätung eine knappe ist? Ganz einfach: „Weil der Gesetzgeber in Form der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) erst diesen Juli die Gerätespezifikation für Partikelzähler veröffentlicht hat. Erst jetzt wissen wir Gerätehersteller, nach welchen Anforderungen wir die Zähler bauen müssen“, legt Hahn den Finger in die Wunde.

Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group