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Sportwagen Nowa: Voller Einsatz für das Gänsehautgefühl

Autor / Redakteur: Viktoria Hahn / Viktoria Hahn

Norbert Waldinger, Inhaber von Sportwagen Nowa, und seine Mitarbeiter verkaufen und reparieren Porsche-Fahrzeuge nicht nur, sie beweisen mit ihrer Arbeit, dass sie für den Mythos der Marke brennen. Damit hat es der unabhängige Kfz-Betrieb auf Platz drei des Deutschen Werkstattpreises 2020 geschafft.

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In der eindeutig gebrandeten Werkstatt von Sportwagen Nowa arbeiten vier Meister und drei Lehrlinge, die alle ausschließlich mit Porsche groß geworden sind bzw. groß werden.
In der eindeutig gebrandeten Werkstatt von Sportwagen Nowa arbeiten vier Meister und drei Lehrlinge, die alle ausschließlich mit Porsche groß geworden sind bzw. groß werden.
(Bild: Schreiner/»kfz-betrieb«)

2005 war ein herausforderndes Jahr für Norbert Waldinger: Der Aufbau von Sportwagen Nowa im oberbayrischen Töging am Inn wurde von seiner Hochzeit, der Geburt seines Sohnes und seinem Hausbau begleitet. Doch ein weiteres Jahr mit dem Startschuss für den eigenen Betrieb zu warten, kam für den Porsche-Enthusiasten damals nicht infrage.

Waldinger ist mit Porsche aufgewachsen, war schon früh begeistert von den Autos, den Designs und dem Lebensgefühl, das die Sportwagen aus Zuffenhausen für ihn ausstrahlten. 1986 startete er deshalb seine Lehre im Porsche-Zentrum Altötting. Seine Meisterprüfung beendete er mit dem besten Abschluss in Bayern. Später begeisterte ihn bei seiner Arbeit vor allem „die Faszination in den Augen der Kunden“, erzählte der Sportwagen-Nowa-Chef der Jury von »kfz-betrieb« auf der Rundreise zum Deutschen Werkstattpreis (DWP).

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Dieses Gänsehautgefühl vermisste Waldinger jedoch, als sein damaliger Arbeitgeber von einem Konzern übernommen wurde. Die Philosophie der Großen sei nicht mit seinen Idealen vereinbar gewesen. Bereits ein halbes Jahr später fasste er deshalb den Entschluss: „Ich mache das selber. Ich weiß, was ich gelernt und was ich jahrelang gemacht habe.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte er nach 20 Jahren bei dem oberbayrischen Händler mit seiner Position als Werkstattleiter eine gute Stellung im Unternehmen, doch der Mythos Porsche ging für ihn vor. Nur ein Gegenstand erinnert heute noch an seine Zeit im Porsche-Zentrum: sein offizieller Porsche-Tischaufsteller mit seinem Namen, der auf seinem Schreibtisch steht.

Besondere Schmankerl: Oldtimerwerkstatt und Boxengasse

Mit seinem 2006 eröffneten Betrieb geht Norbert Waldinger seither seinen eigenen Weg – und das erfolgreich. Er startete mit zwei Hebebühnen, daraufhin kam alle zwei Jahre etwas Neues dazu: erst eine dritte dann eine vierte Hebebühne. Danach erweiterte er sowohl den Verkaufsbereich als auch die Werkstatt. Zwei Spielereien vollendeten zuletzt das Porsche-Autohaus: eine Oldtimerwerkstatt im Retro-Look mit Holzverkleidung, einer alten Shell-Zapfsäule und einem Sechzigerjahre-Telefon, in der unter anderem „Scheunenfunde“ bis auf Karosseriearbeiten die gesamte Bandbreite der Restauration durchlaufen. Und die „Boxengasse“: In den zehn durchnummerierten Garagen auf dem Betriebsgelände holen die Kunden ihre Fahrzeuge nach einem Werkstattaufenthalt ab. „Wenn die Kunden hören, dass ihr Auto in der Boxengasse zur Abholung bereitsteht, sind sie meistens begeistert von der Idee“, erzählt Waldinger stolz. Für die Zeit dazwischen setzt Sportwagen Nowa mit einem Roller von Niu auf ein elektrisches Kundenersatzfahrzeug.

Prominenter Kundenstamm

Können oder wollen Kunden ihr Auto weder holen noch bringen, hat Nowa ein weiteres besonderes Angebot im Portfolio: den kostenlosen Hol- und Bringservice im Umkreis von sage und schreibe 150 Kilometern. So geht Kundenbindung. Waldinger meint dazu: „Die meisten unserer Kunden kommen einmal und bleiben dann.“ Zum Kundenstamm zählt sogar Prominenz, wie TV-Moderator Joko Winterscheidt oder der ein oder andere bekannte Name aus dem Umfeld des FC Bayern München.

Deutscher Werkstattpreis 2020
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Die aktuell rund 1.660 Kunden sind bei Nowa im wahrsten Sinne des Wortes König. Da überrascht auch Waldingers Motto „Wir arbeiten kundenorientiert und nicht geldbeutelorientiert“ nicht. „Unser Stundensatz in der Werkstatt ist gestaffelt und beginnt bei 75 Euro“, erklärt er. Zum Vergleich: Im Porsche-Zentrum München zahle der Kunde rund 250 Euro pro Stunde, so Waldinger.

Der vergleichsweise günstige Preis trübt jedoch keinesfalls die Qualität der Arbeit: „Über einen offiziellen Lizenzvertrag mit dem Hersteller haben wir einen originalen Porsche-Werkstatttester“ erzählt Waldinger. Saubere Arbeit ist dem Nowa-Chef außerdem genauso wichtig wie die Absprache mit den Kunden. An dem jeweiligen Fahrzeug werde nichts gemacht, was nicht vorher genau besprochen wurde.

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