TÜV Rheinland Stabile Geschäftsentwicklung in der Pandemie

Autor: Dr. Holger Schweitzer

Für das Jahr 2020 meldet der TÜV Rheinland ein negatives Ergebnis seines operativen Geschäfts. Dennoch sieht sich der Prüfdienstleister dank umfangreicher Investitionen wirtschaftlich gut aufgestellt.

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Der TÜV Rheinland hat im vergangenen Jahr stark in den Ausbau seiner Prüflabore investiert.
Der TÜV Rheinland hat im vergangenen Jahr stark in den Ausbau seiner Prüflabore investiert.
(Bild: TÜV Rheinland)

Der TÜV Rheinland kommt gut durch die Pandemie. Die Geschäftszahlen, die das Unternehmen in der vergangenen Woche in seiner Jahrespressekonferenz präsentiert hat, zeigen ein solides Bild des operativen Geschäfts für 2020. Auch beim Ausblick auf das Jahr 2021 gibt sich die Geschäftsführung der Prüforganisation optimistisch.

Wie Michael Fübi, Vorstand der TÜV Rheinland AG, erklärte, habe sich das Geschäft des Unternehmens stabil entwickelt. So habe man trotz der Corona-Pandemie einen Umsatz von gut 1,9 Milliarden erwirtschaften können. Das entspricht einem Rückgang von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Beim Ergebnis (EBIT) verzeichnete der Prüfdienstleister ein deutliches Minus von 23,6 Millionen Euro. Fübi zufolge sei dies jedoch insbesondere auf einmalige Sondereffekte zurückzuführen. Dazu gehören laut dem Vorstand beispielsweise der anhaltende Rechtsstreit um die Brustimplantate des französischen Herstellers PIP sowie interne Restrukturierungen und Investitionen. Insgesamt zeigte sich Fübi mit dem Gesamtergebnis zufrieden. Der Vorstandsvorsitzende verwies beispielsweise darauf, dass aufgrund der Pandemie-Maßnahmen 2020 viele Schulungen und Führerscheinprüfungen nicht stattfinden konnten.

Ebenfalls rückläufig war im Jahr 2020 die Anzahl der Mitarbeiter: Sie sank um 3,7 Prozent. In Deutschland ging die Zahl der Mitarbeiter um 337 auf 8.745 zurück. Laut Fübi ist diese Entwicklung ebenfalls der Pandemie geschuldet. So hätten geplante Projekte nicht durchgeführt werden könne. Das Unternehmen habe zudem Personal abbauen müssen.

Investition in Digitalisierung und das Prüfstellennetz

Insgesamt zieht der Vorstand jedoch eine positive Bilanz aus dem vergangenen Geschäftsjahr. So habe man den Cashflow steigern können und stark in Digitalisierung sowie Prüflabore investiert. Im Bereich digitaler Produkte hob Fübi beispielsweise den Ausbau digitaler Kundenplattformen hervor.

Der Prüfdienstleister investierte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr in Deutschland vor allem in neue Prüflabore für persönliche Schutzausrüstung und Atemschutz sowie Traktionsbatterien für Pkw. Einen weiteren Schwerpunkt setzte er im Bereich der Mobilität. Hier habe man das Prüfstellennetz modernisiert, so Fübi. In Spanien sind zudem zwölf neue Prüfstellen hinzugekommen.

Dank der intensiven Investitionen und internen Umstrukturierungen rechnet das Unternehmen auch für das Jahr 2021 mit einer positiven Entwicklung seines operativen Geschäfts.

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Redakteur, Ressort Technik, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG