Renault-Händlerkongress Stabile Rendite im Corona-Jahr

Autor: Yvonne Simon

Trotz Corona weicht die Netzrentabilität der Renault- und Dacia-Händler nicht groß vom Vorjahreswert ab. Vor allem der Zoe rettete vielen Autohäusern das Ergebnis. Ein paar kleinere Kritikpunkte am Hersteller haben die Partner aber doch.

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Digital statt analog: Renault-Deutschlandchef Uwe Hochgeschurtz (li.) und Händlerverbandspräsident Hans-Werner Hauth beim diesjährigen Händlerkongress.
Digital statt analog: Renault-Deutschlandchef Uwe Hochgeschurtz (li.) und Händlerverbandspräsident Hans-Werner Hauth beim diesjährigen Händlerkongress.
(Bild: Renault)

Für die Renault- und Dacia-Partner lief 2020 den Umständen entsprechend gut. „Trotz Pandemie konnten wir das Jahr insgesamt erfolgreich gestalten“, erklärte Hans-Werner Hauth, Präsident des Verbands Deutscher Dacia- und Renault-Partner (VDRP) laut Redemanuskript auf dem Händlerkongress, der am Freitag zum ersten Mal virtuell stattfand.

Die Netzrentabilität liege nicht wesentlich unter dem Vorjahreswert von 1,8 Prozent. Aktuellen Berechnungen zufolge betrage sie 1,6 Prozent, berichtete Hauth im Nachgang der Veranstaltung, an der nahezu 100 Prozent der Mitglieder teilnahmen.

Der im Frühjahr befürchtete ökonomische Schock sei bei der Mehrheit der Händler ausgeblieben. Das sei vor allem der Lieferfähigkeit des Hersteller zu verdanken, gerade beim Zoe: Von dem Stromer verkauften die Franzosen zwischen Januar und Oktober über 20.700 Einheiten – ein Plus von nahezu 150 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Kritik am „Restart“

Zudem hatte die überwiegende Zahl der Partner die verhandelten Soforthilfen von Renault und der Renault-Bank in Anspruch genommen. Weniger glücklich waren einige Händler über den „Restart“ – ab Mai galten für die Partner wieder die normalen Monatsziele, obwohl die Pandemie längst nicht ausgestanden war. „Hier hätten wir uns mehr Entgegenkommen von Seiten des Herstellers gewünscht und eine größere Berücksichtigung des Rückgangs im Gesamtmarkt“, bemängelte Hauth, „andere Hersteller waren da wesentlich flexibler.“

Ein weiterer Kritikpunkt: Die Händler hätten sich einen einjährigen Aufschub der Umsetzung der neuen Außen-CI gewünscht – die Umstellung ist für die Partner mit erheblichen Investitionen verbunden.

Fokus auf Planungssicherheit

Wichtig sei es dem Verband gewesen, die nächsten zwei Jahre für die Händler möglichst planbar zu gestalten. So würden die individuellen Jahresziele künftig nach einer neuen Formel berechnet und dürften damit moderater ausfallen. Bislang konnten einige Händler ihre jeweiligen Zielvereinbarungen zum Jahresende nicht unterschreiben, weil diese zu hoch angesetzt waren, berichtet der Präsident – damit mussten sie allerdings auf Boni verzichten.

Der VDRP legte außerdem Wert darauf, dass die Umstellung von Batteriemiete auf Batteriekauf keine Verschlechterung der absoluten Marge mit sich bringt. Denn seit dem 14. November hat Renault die Mietoption bei Zoe und Kangoo gestrichen – Händler können nur noch für Bestandsfahrzeuge und Fahrzeuge aus dem Vorlauf neue Kaufverträge mit Batteriemiete abschließen.

Absatz um 24 Prozent geschrumpft

Beim Blick auf die Zahlen liegt der Absatz der Kernmarke Renault aktuell per Oktober bei 97.208 Einheiten und damit um 11,2 Prozent im Minus. Dacia rutschte um 42,3 Prozent auf 38.381 Fahrzeuge ab. Das liege daran, dass es 2020 keine neuen Modelle gegeben hatte, berichtet Hauth. Im kommenden Jahr soll es wieder aufwärts gehen. Für 2021 ist der rein batterieelektrische Dacia Spring Electric angekündigt, hinzu kommen einige Facelifts.

Der Absatz der gesamten Renault-Gruppe (Pkw und Nfz) schrumpfte um 24 Prozent und damit etwas deutlicher als der Gesamtmarkt. Dieser war um 23 Prozent im Minus, wie Renault-Deutschlandchef Uwe Hochgeschurtz bei der Veranstaltung präsentierte. Im Monat Oktober kletterten die Verkäufe der Gruppe jedoch um 33 Prozent. Der Marktanteil betrug Ende Oktober 6,15 Prozent.

Profitabilität über dem europäischen Schnitt

2020 sei „kein einfaches Jahr“ gewesen, bilanzierte Hochgeschurtz: „Wir werden dieses Jahr in Deutschland voraussichtlich zwischen 20 und 25 Prozent weniger Autos verkaufen.“ Dennoch liege die Profitabilität der deutschen Partner deutlich über dem Schnitt der wichtigsten europäischen Länder.

Auch 2021 rechnet der Manager mit einem herausfordernden Jahr für die gesamte Branche. Die Renault-Gruppe sieht er allerdings gut aufgestellt: Sie werde „jede Menge neue Produkte auf den Markt bringen“. Dabei verwies Hochgeschurtz vor allem auf die Elektromobilität. „Wir sind zuversichtlich, die gute Entwicklung der Renault-Gruppe in Deutschland auf der Basis der guten Partnerschaft mit dem Handel weiter fortzusetzen.“

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Redakteurin Management & Handel