Gebrauchtwagen Standzeiten sinken, Restwerte stabil

Autor: Christoph Seyerlein

Gebrauchtwagen sind für den Autohandel mit die wichtigste Säule in Corona-Zeiten. Das zeigt sich einerseits an den steigenden Besitzumschreibungen im laufenden Jahr. Aber auch andere wichtige Parameter des GW-Geschäfts entwickeln sich positiv.

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Das Geschäft mit Gebrauchtwagen brummt.
Das Geschäft mit Gebrauchtwagen brummt.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Das Gebrauchtwagengeschäft hilft vielen Autohändlern durch die Corona-Krise. Während der Neuwagenmarkt das gesamte Jahr stark unter Druck steht, laufen die Geschäfte mit älteren Fahrzeugen fast durchweg gut. Das schlägt sich Monat für Monat in der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) nieder. Mit 5.895.829 Besitzumschreibungen fehlten nach dem Oktober nur noch 3,5 Prozent zum Vorjahreswert.

Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) erkennt daneben auch bei anderen Gebrauchtwagen-Parametern eine positive Entwicklung. Wirft man beispielsweise einen Blick auf die Standzeiten von gebrauchten Dieseln und Benzinern im Handel, fallen diese seit dem Frühjahr fast unentwegt. Im Oktober stand ein Diesel den Daten zufolge durchschnittlich 80 Tage beim Händler, ein Benziner 79 Tage. Damit unterboten beide Werte auch deutlich das Vorjahresniveau (Oktober 2019: Diesel 90 Tage, Benziner 85 Tage).

Laut DAT belaufen sich die Kosten pro Standtag aktuell auf 19 Euro pro Pkw. Ein gutes Zeichen für den Handel ist auch die Entwicklung des Risikobestands. Dem DAT-Barometer zufolge standen zuletzt 26 Prozent aller Gebrauchtwagen länger als 90 Tage auf den Händlerhöfen. Im Juni 2020 waren es noch 38 Prozent gewesen. Und auch vor einem Jahr war der Wert mit 29 Prozent höher ausgefallen.

Junge Gebrauchte werden knapp

Die hohe Nachfrage am Markt sorgt derzeit allerdings bei mehr als jedem zweiten Händler (52 %) dafür, dass junge Gebrauchte knapp sind. Das ergab eine Online-Umfrage der DAT mit 492 Teilnehmern. In dem Zusammenhang gaben 55 Prozent zudem an, dass Kunden aktuell bei ihnen einen jungen Gebrauchtwagen anstelle eines Neuwagens kaufen.

Stabil präsentieren sich aktuell die Restwerte: Ein drei Jahre alter Diesel mit einer Laufleistung zwischen 45.000 und 60.000 Kilometer war laut DAT im Oktober durchschnittlich noch 52,1 Prozent seines Neupreises wert. Das waren 0,1 Prozentpunkte mehr als im September. Vergleichbare Benziner erzielten einen Durchschnitts-Restwert von 56,1 Prozent vom Listenneupreis. Auch das bedeutete ein Plus von 0,1 Prozentpunkten im Vergleich zum September.

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 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«