Pkw-Dichte 2021 So viele Autos wie noch nie

Aktualisiert am 21.09.2022 Von Doris Pfaff

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Die Debatte um die Verkehrswende spiegelt sich bislang nicht in den Zulassungszahlen wider. In Deutschland sind so viele Autos wie noch nie gemeldet. Der Trend zu mindestens einem weiteren Wagen steigt weiter. Rekordeinnahmen zählte auch Vater Staat mit insgesamt gut 9,5 Milliarden Euro durch die Kfz-Steuer.

Die Fahrzeugdichte in Deutschland ist so hoch wie nie zuvor. In Berlin ist sie im bundesweiten Vergleich am niedrigsten. Hier kommen 337 Autos auf 1.000 Einwohner.
Die Fahrzeugdichte in Deutschland ist so hoch wie nie zuvor. In Berlin ist sie im bundesweiten Vergleich am niedrigsten. Hier kommen 337 Autos auf 1.000 Einwohner.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Trotz der Debatte um die Mobilitätswende gibt es in Deutschland so viele Pkw wie nie zuvor. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) gab es im Jahr 2021 bundesweit im Schnitt 580 Autos pro 1.000 Einwohner. Im Jahr 2011 waren es noch 517 Autos. Als Grund für den bundesweiten Rekordwert nennt das Statistische Bundesamt, dass im Verhältnis die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge schneller gewachsen ist als die Bevölkerung.

Insgesamt stieg die Zahl der zugelassenen Personenkraftfahrzeuge zum 1.1.2022 auf 48,5 Millionen, 300.000 mehr als im Jahr zuvor. Die regionalen Unterschiede bei der Fahrzeugdichte sind dabei groß. Und: Der Trend geht inzwischen zum Zweit- und Drittwagen.

So zählte Destatis auf Basis der Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) beispielsweise für das Saarland mit 658 Personenkraftwagen die höchste Fahrzeugdichte pro 1.000 Einwohner und fast doppelt so viele wie in Berlin. In der Bundeshauptstadt kamen 2021 insgesamt 337 Autos auf 1.000 Einwohner.

Unterschiede in den Bundesländern

Der Grund dafür: Je mehr Busse und Bahnen fahren, desto weniger Autos gibt es, zumindest in den Großstädten. Das zeigen die Zahlen der einzelnen Bundesländer. Ebenfalls niedrig im Vergleich zum Bundesdurchschnitt liegt die Pkw-Dichte in Hamburg und Bremen.

Bundesweit sind die Unterschiede sehr groß. Die höchste Fahrzeugdichte zeigt das Saarland.
Bundesweit sind die Unterschiede sehr groß. Die höchste Fahrzeugdichte zeigt das Saarland.
(Bild: Grafik/Destatis)

Unter dem Bundesdurchschnitt liegt weiterhin die Autodichte in den ostdeutschen Bundesländern. Dort stieg auch im Vergleich zu ganz Deutschland die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge 2021 weniger stark. Mit 537 Pkw war 2021 Sachsen im Verhältnis zur Bevölkerung das ostdeutsche Bundesland mit den wenigsten Fahrzeugen.

EU-Vergleich: Deutschland auf Platz acht

Im Vergleich zu den EU-Mitgliedsstaaten liegt Deutschland auf Platz acht. Die meisten Autos im Verhältnis zur Bevölkerungsdichte zählten Luxemburg (682), Italien (670) und Polen (604). Im EU-Vergleich die wenigsten Autos gibt es in Rumänien (379), Lettland (390) und Ungarn (403). Allerdings holen die osteuropäischen EU-Staaten kräftig auf. Destatis meldete allein 77 Prozent Zuwachs seit 2010 für Ungarn.

Neuer Zulassungsrekord: 300.000 Autos mehr als 2020

Zum Stichtag 1. Januar 2022 waren mit insgesamt 48,5 Millionen Autos so viele in Deutschland zugelassen wie nie zuvor. Ein Jahr vorher waren es 48,2. Gestiegen ist auch der Anteil der Autos mit Elektroantrieb: Bei den von Januar bis Juli 2022 neu zugelassenen Autos betrug der Anteil der reinen E-Autos 13,6 Prozent. Insgesamt machen sie aber nur 1,3 Prozent im Bestand der zugelassenen Pkw aus. 2020 lag der Anteil noch bei 0,6 Prozent.

Der Trend geht zum Drittwagen

In den privaten Haushalten steigt laut Destatis der Trend zum Zweit- und Drittwagen weiter. 77 Prozent aller Haushalte besaßen 2021 mindestens ein Auto. Daran hat sich in den vergangenen zehn Jahren wenig geändert, wohl aber der Trend zum weiteren Fahrzeug. So stieg der Anteil der Haushalte mit einem Zweitwagen von 23,4 Prozent auf 27 Prozent. Noch stärker stieg der Anteil der Haushalte, die mindestens drei Autos fahren: 2020 lag der Anteil noch bei 3,7 Prozent, 2021 bei 6,1 Prozent.

Rekordeinnahmen bei der Kfz-Steuer

Über den Fahrzeugzuwachs dürfte sich auch Vater Staat freuen, denn der ließ die Einnahmen aus der Kfz-Steuer innerhalb der vergangenen zehn Jahren um 13 Prozent steigen. 2021 nahm der Bund 9,55 Milliarden Euro an Steuern für Pkw und andere Kraftfahrzeuge ein.

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