Toyota Steigende Gewinne können ins autonome Fahren fließen

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Der japanische Autobauer kommt derzeit recht gut durch die Corona-Krise, die Gewinnerwartungen steigen. Gleichzeitig nimmt Toyota die nächste Stufe der Automobilentwicklung ins Visier: Mit dem Silicon-Valley-Unternehmen Aurora wird das autonome Fahren vorangebracht.

(Bild: Toyota)

Der derzeitige größte Autobauer der Welt hat seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr ungeachtet der andauernden Corona-Pandemie deutlich angehoben. Wie Toyota am Mittwoch bekanntgab, dürfte sich der Nettogewinn zum Bilanzstichtag 31. März dank einer Nachfrageerholung auf den beiden wichtigen Märkten China und Nordamerika auf 1,9 Billionen Yen (rund 15 Milliarden Euro) belaufen. Zuvor war Toyota noch von einem Gewinn unter dem Strich von 1,4 Billionen Yen ausgegangen.

Die revidierte Ertragszahl stellt zwar im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr einen Rückgang um 6,7 Prozent dar. Doch bekam Toyota die Folgen der Corona-Pandemie geringer zu spüren als andere Hersteller. Der Umsatz dürfte am Ende des Geschäftsjahres 26,5 Billionen Yen statt 26 Billionen Yen betragen, hieß es weiter.

Im dritten Geschäftsquartal waren der Nettoertrag kräftig um 50 Prozent auf 838,7 Milliarden Yen und der Umsatz um sieben Prozent auf 8,15 Billionen Yen gestiegen. Die Toyota-Gruppe, zu der auch der Kleinwagenspezialist Daihatsu und der Nutzfahrzeughersteller Hino Motors gehören, rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem globalen Absatz von 9,7 Millionen Fahrzeugen. Im November war der Konzern noch von 9,4 Millionen Fahrzeugen ausgegangen.

Toyota hatte im vergangenen Kalenderjahr beim globalen Absatz erstmals seit fünf Jahren wieder den Spitzenplatz erreicht und damit seinen Rivalen Volkswagen überholt. Die Gruppe setzte im vergangenen Jahr insgesamt 9,53 Millionen Fahrzeuge ab. Das ist zwar ein Rückgang zum Vorjahr um 11,3 Prozent. Doch dank einer Erholung in China und den USA stieg der Absatz seit Oktober drei Monate in Folge wieder an.

Um technisch zukunftsfähig zu bleiben, holt sich Toyota für die Entwicklung selbstfahrender Autos nun Unterstützung aus dem Silicon Valley. Der japanische Autoriese will Fahrzeuge mit Roboterwagen-Software des Start-ups Aurora ausstatten, gab das Unternehmen bekannt. Bis Ende des Jahres soll eine erste Flotte von Minivans des Modells Sienna umgebaut werden und für Tests bereitstehen. Ziel sei, in einigen Jahren Robotaxis auf Fahrdienst-Plattformen zu bringen.

Zuvor war Aurora mit den Autokonzernen Volkswagen und Fiat Chrysler in Gesprächen gewesen, die aber beide absagten. Daraufhin setzte die Firma zunächst stärker auf Technik für selbstfahrende Lastwagen. Im Dezember übernahm Aurora dann die Roboterwagen-Entwicklung von Uber. Die Robotaxis von Toyota und Aurora sollen folglich auch auf die Uber-Plattform kommen.

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