Solar-Camper Stella Vita: Sonnige Reichweite

Autor / Redakteur: sp-x / Marie Lücke

Die aufkeimende E-Mobilität wird durch den schleppenden Ausbau der Ladeinfrastruktur gebremst. Dabei bräuchte es die gar nicht, findet ein Team der Uni Eindhoven.

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Der Camper Stella Vita fährt mit selbst produziertem Strom.
Der Camper Stella Vita fährt mit selbst produziertem Strom.
(Bild: Bart van Overbeeke)

Das „Solar Team“ der Technischen Universität Eindhoven hat sich in den vergangenen Jahren vor allem mit ihrem Engagement bei der „World Solar Challenge“ einen Namen gemacht. Die Spezialität der Holländer waren bisher viersitzige Fahrzeuge, die mehrfach einen Meistertitel gewinnen konnten. Jetzt haben die Holländer ihr Effizienz-Knowhow in ein deutlich größeres Projekt einfließen lassen: in das Wohnmobil „Stella Vita“. Mit dem Elektro-Reisemobil nachhaltig in die Natur ist bislang eine noch kaum besetzte Nische, die eher Neulinge wie der E-Fixxter oder LEVC (allerdings mit Range Extender) besetzen.

Beim Stella Vita handelt sich um ein vanartiges Gefährt, dessen aerodynamische Grundform keinerlei Ähnlichkeiten mit gängigen Wohnmobilformaten aufweist. Zum geräumigen Camper mutiert der 7,2 Meter lange und 1,7 Tonnen schwere Stella Vita erst, wenn sein Dachzelt nach oben ausgefahren wird und man dann im Wohnbereich stehen sowie das große Doppelbett im Heck nutzen kann. Eine Besonderheit ist der Eingangsbereich, der dank zweier gegenläufig angeschlagener Türen breit ausfällt.

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Der Clou sind Solarzellen mit einer Fläche von 8,8 Quadratmetern auf dem Dach, die auch während der Fahrt Fahrstrom generieren. Ist man auf einem Zeltplatz, lassen sich seitlich unterm Dach zusätzliche PV-Paneele ausfahren, die eine größere Stromausbeute erlauben und zugleich als Vordach dienen. Mit einer Gesamtfläche von 17,5 Quadratmetern soll die PV-Anlage genügend Energie fürs Fahren sowie für die Nutzung von Küchengeräten, Warmwasser und Unterhaltungselektronik bereitstellen.

Als Speicher dient eine 60 kWh große Lithium-Ionen-Batterie. Im Prinzip lässt sich der E-Camper autark ohne Ladeinfrastruktur nutzen. An sonnigen Tagen soll das Wohnmobil über 700 Kilometer mit seinem selbst produzierten Strom weit kommen. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 120 km/h angegeben.

Bisher keine Aussicht auf Serienfertigung

Beim Wohnmobil Stella Vita handelt es sich um einen Technologieträger, der neue Möglichkeiten einer nachhaltigeren Mobilität aufzeigen soll. Zu Demonstrationszwecken will ein Team der TU Eindhoven im Herbst sogar von Holland nach Südspanien allein mit Sonnenenergie reisen. Der Camper gibt jedoch keinen Ausblick auf ein Serienmodell.

Was nicht ist, kann allerdings noch werden. Von einstigen Mitgliedern des Solar Teams wurde zum Beispiel der PV-Stromer Lightyear One entwickelt, der nächstes Jahr tatsächlich auf den Markt kommen wird.

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