Steuerrecht: Steuerfalle droht

Beim Verkauf von Anteilen an einer Personengesellschaft können dafür fällige Steuern den Ertrag deutlich schmälern. Anteilseigner sollten einen Verkauf sorgfältig vorbereiten und zwei aktuelle BFH-Urteile kennen.

| Autor: Dr. Stephanie Thomas, Rechtsanwältin, Steuerberaterin und Fachanwältin für Steuerrecht, Kanzlei WWS Wirtz, Walter, Schmitz, Mönchengladbach

Wer Anteile an einem Unternehmen verkaufen will, sollte die steuerrechtlichen Konsequenzen genau bedenken.
Wer Anteile an einem Unternehmen verkaufen will, sollte die steuerrechtlichen Konsequenzen genau bedenken. (Bild: © Stockdonkey - stock.adobe.com)

Immer mehr Gesellschafter kleiner und mittlerer Unternehmen verkaufen ihre Beteiligungen an größere Investoren. Dieser Trend ist vor allem bei Familienunternehmen zu beobachten. Der Grund: Oft gibt es keinen geeigneten Nachfolger, oder es sind hohe Unternehmenswerte vorhanden, die Kleininvestoren nicht stemmen können. Bei der Veräußerung von Mitunternehmerbeteiligungen geht es meist um große Geldsummen, mit denen sowohl für Veräußerer als auch Käufer nicht unerhebliche steuerliche Risiken einhergehen. Um Fallstricke zu umgehen, sollten alle Beteiligten mithilfe ihres steuerlichen Beraters eine sogenannte Steuerklausel in den Kaufvertrag aufnehmen. Sie regelt unter anderem, wie die Steuerlasten verteilt werden, wer für Steuerrisiken haftet und nach welchen Modalitäten Zahlungen erfolgen.

Beteiligungsverkäufe sind aus Steuersicht eine komplexe Angelegenheit. Schnell schleichen sich Fehler ein, die bei einer Betriebsprüfung nach dem Verkauf böse Folgen haben können. Häufig übersehen die Beteiligten im Eifer des Gefechts die Gewerbesteuer. Bis zum Jahr 2002 unterlagen Gewinne aus der Veräußerung von Anteilen an einer Personengesellschaft tatsächlich nicht der Gewerbesteuer. Sie ist jedoch inzwischen nach aktueller Gesetzeslage immer dann fällig, wenn Mitunternehmer ihre Beteiligung veräußern, die keine natürlichen Personen sind. Veräußert also eine Personen- oder Kapitalgesellschaft als Mitunternehmerin ihre Beteiligung, so ist Gewerbesteuer zu entrichten.

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