Stickoxidwerte: Opel arbeitet Softwareupdates ab

Erst jetzt ist der Zafira an der Reihe

| Autor: Niko Ganzer

Uneingeschränkt funktionierte die Adblue-Einspritzung beim Opel Insignia 2.0 Diesel (Euro 6) nur in einem Temperaturfenster von 20 bis 30 Grad Celsius.
Uneingeschränkt funktionierte die Adblue-Einspritzung beim Opel Insignia 2.0 Diesel (Euro 6) nur in einem Temperaturfenster von 20 bis 30 Grad Celsius. (Bild: DUH)

Im Konflikt um die Emissionen seiner Dieselmodelle hat Opel nun auch die letzten Freigaben für ein Softwareupdate der Baureihen Cascada und Zafira vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erhalten. Dies hat ein Sprecher der Marke auf Anfrage bestätigt. Wie aus einem KBA-Hinweis von Ende April hervorgeht, weisen die beiden Modelle der Baujahre 2012 bis 2016 „überhöhte Stickoxidwerte im Straßenbetrieb“ auf.

„Die Verbesserungsmaßnahme wird bereits seit vergangenem Frühjahr umgesetzt. Das Update startete mit allen Varianten des 2.0-Liter-Insignia. Mittlerweile wurde die Aktion auch auf die Diesel-Varianten des 2.0-Liter-Zafira-Tourer und -Cascada sowie die 1.6-Liter-Diesel-Varianten des Zafira Tourer ausgeweitet", sagte ein Opel-Sprecher auf Nachfrage. Er betonte, dass es sich nach wie vor um ein freiwilliges Softwareupdate handele und alle Modelle immer die gesetzlichen Vorgaben eingehalten hätten.

Dass sich diese Sichtweise nicht unbedingt mit jener der Behörde deckt, ging bereits aus dem ersten Bericht der „Untersuchungskommission Volkswagen“ hervor. Damals fiel der Insignia mit hohen NOx-Emissionen abseits des Prüfstands auf. Die Autoren stuften ihn daher damals in die Gruppe der Fahrzeuge ein, bei denen Zweifel an der Gesetzeskonformität bestanden.

Das Software-Update dauert dem Hersteller zufolge weniger als eine Stunde. Durch die Überarbeitung konnte der Stickoxidausstoß laut Aussagen des Verkehrsministeriums je nach Umgebungstemperatur um 64 bis 92 Prozent gesenkt werden. „Nach dem Update wird das Fahrzeug in Bezug auf Kraftstoffverbrauch, Leistung und Geräuschpegel so effizient sein wie bisher“, ergänzte der Opel-Sprecher. Bei wie vielen Fahrzeugen das Update noch aussteht, verriet er nicht. Da aber nach Informationen von »kfz-betrieb« fast zwei Drittel aller 90.000 europaweit umzurüstenden Opel-Modelle Zafira sind, dürfte auf die Vertragspartner noch einiges an Arbeit warten.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45301091 / Service)

Plus-Fachartikel

Marktaufbau: Vom Pflänzchen zum Baum

Marktaufbau: Vom Pflänzchen zum Baum

Es bedarf mehrerer Jahre und einer intensiven Pflege, bis man ein Marktgebiet von null aufgebaut hat. Davon kann auch Jeffrey Scott, Geschäftsführer des 2015 neu gegründeten Autohauses European Motor Company, ein Lied singen. lesen

Nissan: Ein Japaner unter Strom

Nissan: Ein Japaner unter Strom

Bis 2022 wird sich der Markt für Elektroautos in Deutschland mindestens verdoppeln, glaubt Nissan, und sieht den neuen Leaf im Aufwind. Neben dem klassischen Vertrieb testet der Hersteller aktuell, wie ein digital basiertes Abomodell im Markt ankommt. lesen