40 Jahre Subaru Deutschland

Stille Waldmeister und starke Weltmeister

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In Deutschland musste Subaru aus rechtlichen Gründen auf den klangvollen Namen Leone für das Mittelklassemodell verzichten, dafür konnte der 1989 lancierte Nachfolger Legacy gleich mehrere Superlative für sich reklamieren: Als meistverkaufter Allrad-Pkw aller Zeiten, als adrenalingeladener Turbo, der diverse Tempo-Weltrekorde aufstellte und als Rallye-Speerspitze für den Heißsporn Impreza WRX STI, der ab 1995 Rallye-WM-Titel in Serie abräumte.

Im selben Jahr debütierte ein Legacy Kombi, der als Crossover-Vorreiter Geschichte schrieb: Der Legacy Outback, benannt nach der australischen Wildnis, wurde international von Paul Hogan alias Kinoheld „Crocodile Dundee“ popularisiert. Zwar dauerte es in Deutschland etwas länger, bis der keineswegs preiswerte Outback die Stückzahlen erreichte, die sich der Importeur erhoffte. Aber das lag daran, dass Premiummarken wie Volvo (V70 XC) oder Audi (A6 Allroad) rasch nachzogen und die Subaru-Stammkundschaft vorerst eher auf Sondermodelle für Jagd und Forst fokussiert war wie etwa Legacy Hubertus und Impreza Pirsch.

Designjuwelen und Mini-Allradler

Als der Outback 1999 den Namenszusatz Legacy ablegte und die Qualitäten eines charakterstarken SUV-Kombis betonte – 2003 gab es ihn sogar als frechen Strandläufer Baja – etablierte er sich hierzulande als Flaggschiffmodell des bis heute weltgrößten Allrad-Pkw-Produzenten. Wichtigstes Erfolgsmodell war damals bereits der 1997 eingeführte Subaru Forester, ein SUV auf Subaru-Art mit kompakten Abmessungen, Pkw-Komfort und dennoch erstaunlichen Geländeeigenschaften. Und dann gab es da noch die Designjuwelen und Mini-Allradler, die Subaru begehrenswert machten und auf ein Allzeithoch in den Verkaufszahlen brachten.

Es begann 1984 mit dem originellen Micro-Bus Libero, der bei nur 3,53 Metern Länge Platz für sechs Passagieren oder 2.500 Liter Stauraum bot. Rechtzeitig vor dem ersten Elchtest beendete Subaru die Karriere des hoch bauenden Raumwunders. Dafür gab es weiterhin den Kleinwagen Justy, der 1984 als erster asiatischer 4x4-Mini in Europa eingeführt wurde.

Nicht von dieser Welt schien für die Besucher der Autoschau IAA 1985 ein extrem keilförmiges Sportcoupé, mit dem die bodenständige Marke Subaru ein Techniklayout bot, das nicht einmal Audi oder Porsche im Portfolio hatten: Turbo-Boxer mit permanentem Allradantrieb inklusive elektro-pneumatischer Einzelradaufhängung. Abgelöst wurde der Subaru XT durch ein veritables Traumauto, zumindest für Fans von verglasten Dachkanzeln im Jetfighterstil: Der von Giugiaro gezeichnete Subaru SVX punktete 1992 durch einen bärenstarken 3,3-Liter-Sechszylinder, blieb aber angesichts extremer Preise eine Rarität. Ganz im Gegensatz zu den bezahlbaren Modellen des 4x4-Importeurs, mit denen Subaru im soeben wiedervereinigten Deutschland ein Allzeithoch von fast 19.000 Zulassungen feierte.

Spitzenplätze in den Zuverlässigkeitsrankings

Auch in Zuverlässigkeitsrankings war Subaru inzwischen auf Spitzenplätze abonniert, was dem technikverliebten Hersteller ein Potential zufriedener Stammkunden garantierte. Tatsächlich sollte sich dies in den folgenden Jahrzehnten mit nur vierstelligen Verkaufszahlen als wichtig erweisen. Während die Japaner noch 2007 einen eigens für Europa entwickelten Boxer-Diesel präsentierten, wurden alle folgenden Novitäten zunächst in Nordamerika lanciert und gewöhnlich mit zweijähriger Verzögerung nach Europa verschifft. Zu erleben aktuell bei der schon 2019 vorgestellten sechsten Generation des Subaru Outback, die nicht vor 2021 nach Deutschland kommt.

Endorphin-Beschleuniger wie der Impreza WRX STI oder das Sportcoupé BRZ mit klassischem Hinterradantrieb wurden gänzlich eingestellt und Vollhybrid-Technik in Crossover-Typen wie dem Subaru XV blieb den Amerikanern vorbehalten. Dafür spendiert Subaru jetzt dem markentypischen Boxermotor neue Faszination als sogenannter E-Boxer. Ein kleiner Elektromotor transformiert den Vierzylinder-Benziner zum Mildhybridantrieb, der das kann, was andere Marken vollmundig als Vollhybridtechnik ausweisen würden, nämlich kilometerlange Distanzen elektrisch zurücklegen. Understatement – auch das zeichnet Subaru aus.

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