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Stimmung im Kfz-Gewerbe trübt sich ein

| Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Andreas Grimm

Bislang blieben die Autohäuser und Werkstätten unbeeindruckt von den zunehmend negativen Meldungen aus der Wirtschaft. Doch nun trübt die Stimmung ein, die Erwartungen an das dritte Quartal sinken deutlich. Und noch immer macht das Diesel-Thema den Betrieben zu schaffen.

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Der Blick in die Zukunft hat sich für die Kfz-Branche gemäß dem ZDK-Geschäfsklimaindex etwas verschlechtert.
Der Blick in die Zukunft hat sich für die Kfz-Branche gemäß dem ZDK-Geschäfsklimaindex etwas verschlechtert.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Autohäuser und Werkstätten haben ihre Erwartungen an das dritte Quartal deutlich zurückgeschraubt. Das zeigt der ZDK-Geschäftsklimaindex, den der Verband im Vorfeld seiner Mitgliederversammlung in Travemünde veröffentlicht hat. Der Index-Wert für Juli bis August, sprich die Stimmungskurve, sank im Jahresvergleich um 4,9 Zähler auf nunmehr 91,6 Punkte.

Grundsätzlich erwartet die große Mehrheit der Befragten (71,3 %) zwar nach wie vor einen saisonüblichen Geschäftsverlauf. Allerdings rechnet knapp jeder sechste Betrieb (17,1 %) mit schlechteren Geschäften im Vergleich zum Vorquartal. Nur noch gut jedes zehnte Unternehmen (11,6 %) ist von einem besseren Verlauf überzeugt. Bereits im zweiten Quartal ist die Stimmung bei Autohäuser und Werkstätten eher durchwachsen.

Analysierten die Stimmung im Kfz-Gewerbe: (v. li.) ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk, die Gastgeberin der ZDK-Mitgliederversammlung in Travemünde, Nina Eskildsen, Präsidentin des Kfz-Landesverbands Schleswig-Holstein, ZDK-Präsident Jürgen Karpinski und ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn.
Analysierten die Stimmung im Kfz-Gewerbe: (v. li.) ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk, die Gastgeberin der ZDK-Mitgliederversammlung in Travemünde, Nina Eskildsen, Präsidentin des Kfz-Landesverbands Schleswig-Holstein, ZDK-Präsident Jürgen Karpinski und ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn.
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Im Jahresvergleich liegt der Gesamtindex über alle drei Geschäftsbereiche – Neuwagen, Gebrauchte, Service –1,5 Zähler über dem Vorjahreswert bei nun 103,7 Punkten. Den Neuwagen-Verkauf stufen 31,4 Prozent der Befragten als „gut“ ein (Vorjahr 25,2 %), fast ein Viertel (24,5 %) jedoch als „schlecht“ (Vorjahr 29,6 %). Das Geschäft mit Gebrauchtwagen zeigt eine ähnliche Tendenz: 23,8 Prozent der Befragten finden es „gut“ (Vorjahr 20,4 %), für 29,4 Prozent läuft es „schlecht“ (Vorjahr 32,4 %). In beiden Geschäftsfeldern hat sich die Stimmung im Vergleich zum Vorjahresquartal sogar leicht verbessert.

Im Service-Geschäft hingegen zeigen sich Bremsspuren. So berichten 58,8 Prozent der Betriebe über eine aktuell gute Werkstattauslastung im laufenden zweiten Quartal. Im Vorjahr hatten noch zwei Drittel (66,4 Prozent) der Befragten diese Note vergeben.

Laut ZDK-Präsident Jürgen Karpinski steht das Diesel-Thema nach wie vor auf der Agenda des Kfz-Gewerbes. Die Hardware-Nachrüstung älterer Diesel-Fahrzeuge, für die sich der Verband stark eingesetzt hat, sei ein wichtiger Schritt, Fahrverbote zu vermeiden und den Wert dieser Fahrzeuge zu stabilisieren. „Wir warten jetzt auf genehmigte Systeme. Unsere Betriebe stehen bereit für den Einbau. Die Automobilhersteller und -importeure fordern wir auf, mit den Anbietern von Nachrüstanlagen zu kooperieren“, sagte Karpinski.

Darüber hinaus forderte er im Hinblick auf umweltschonende Antriebstechnologien die gleichrangige Förderung synthetischer Kraftstoffe. „Sich nur auf die E-Mobilität zu konzentrieren, führt unserer Meinung nach in eine Sackgasse. Um Lösungen für die individuelle Mobilität der Zukunft zu finden, ist eine technologieoffene Herangehensweise unabdingbar“, sagte der ZDK-Präsident.

(ID:45962023)