Strategiewandel: Subaru will elektrisch werden

Autor Christoph Seyerlein

Subaru-Präsident Yasuyuki Yoshinaga kündigt einen Strategiewechsel an. Aufgrund der immer strengeren Abgas-Grenzwerte und der anhaltenden Diesel-Diskussion orientiert sich der japanische Hersteller in Richtung Elektromobilität.

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Subaru öffnet sich Richtung Elektromobilität.
Subaru öffnet sich Richtung Elektromobilität.
(Bild Achter / Redaktion »kfz-betrieb«)

Subaru will ab 2021 auch ein rein elektrisch angetriebenes Auto im Portfolio haben. Wie Subaru-Präsident Yasuyuki Yoshinaga im Interview mit der Schweizer Zeitung „Blick“ ankündigte, wollen die Japaner zudem in naher Zukunft mit einem Plug-in-Hybrid auf strengere CO2-Grenzwerte reagieren. Die Markteinführung für dieses Modell – einer Kombination aus Elektro- und Boxermotor inklusive Allradantrieb – plant Subaru 2018 in den USA.

Auch allgemein legt der 63-Jährige den Fokus für Subaru stark auf die Vereinigten Staaten. Anders als viele andere Hersteller stellen die Japaner den chinesischen Markt hinten an. Yoshinaga sieht dort „massive Überkapazitäten“, die Autobauer zu hohen Rabatten zwängen. Stattdessen will Subaru die Produktion in seinem US-Werk in Lafayette – dem einzigen Produktionsstandort des Herstellers außerhalb Japans – verdoppeln.

Allerdings müsse auch Subaru die neuen Rahmenbedingungen der Präsidentschaft Trump im Auge haben. „Wenn Trump weiter den Import von unseren Fahrzeugen direkt aus Japan kritisiert, müssen wir das im Auge behalten und je nach Situation reagieren“, zitiert das Blatt Yoshinaga.

Ebenfalls bis 2018 will Yoshinaga die gesamte Autoproduktion der Marke auf 1,2 Millionen Einheiten hochschrauben. Im abgelaufenen Jahr liefen insgesamt gut 950.000 Subaru-Modelle vom Band, zu wenig, um die Nachfrage befriedigen zu können. Auch in Deutschland beklagen Subaru-Händler immer wieder die langen Wartezeiten für georderte Neuwagen, die den Verkauf erschwerten.

Neuer XV kommt im November nach Deutschland

Höhere Kapazitäten will der Hersteller mit Hilfe der neuen „Subaru Global Platform“ erreichen. Sie ist unter anderem auch auf Elektrifizierung und andere alternative Antriebe ausgelegt. Als erstes Modell baute der aktuelle Impreza auf der Plattform auf, in diesem Jahr folgt nun die zweite Generation des XV. Im November soll die Neuauflage des Kompakt-SUVs in Deutschland auf den Markt kommen.

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Kritisch beobachtet Yoshinaga die aktuelle Diesel-Diskussion. Für Subaru kommt die Abgas-Affäre rund um Volkswagen zu einem ungünstigen Zeitpunkt, hatte der Hersteller zuletzt doch viel Geld in die Entwicklung eines Boxer-Diesels für Europa gesteckt. Nun tendiere Subaru stattdessen stärker zu Elektro- und Plug-in-Hybrid-Antrieben, so Yoshinaga.

Zukunftsfelder wie autonomes Fahren oder neue Mobilitätsangebote spielen in den Plänen der Japaner derzeit eine untergeordnete Rolle. Ein völlig autonomes Auto kommt für Subaru Yoshinaga zufolge nicht in Frage, höchstens einige teilautonome Funktionen sollen in den Fahrzeugen Einzug halten. Weitere Trends wie Carsharing studiere er zwar genau, halte sie für Subaru aber für wenig interessant. „Wir fokussieren uns weiterhin auf Kunden, die Autos fahren wollen. Ich sehe daher noch keinen Grund, auch in diesen Geschäftsbereichen aktiv zu werden“, sagte Yoshinaga dem „Blick“.

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