Strategische Maßnahmen für den DS-Erfolg

Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Citroëns Premium-Ableger will durchstarten. Markenchef Yves Bonnefont identifiziert vier Schwerpunkte, um die DS-Modelle von den Luxusobjekten anderer Marken entscheidend abzugrenzen.

Anbieter zum Thema

Auch den zweiten Ableger der Baureihe hatten die Franzosen dabei.
Auch den zweiten Ableger der Baureihe hatten die Franzosen dabei.
(Foto: Seyerlein)

Was unterscheidet ein Luxusauto von einem Cocktail-Shaker? Im Prinzip nichts: In einer profanen Blechhülle treffen exotische und teure Inhalte auf eine ausreichende Menge Sprit. Wird das Ganze stilvoll in Schwung gebracht, soll sich beim Empfänger schon nach kurzzeitigem Genuss das ersehnte Lebensgefühl einstellen. So gesehen ist es fast naheliegend, dass die Schöpfer des neuen Kundenmagazins von Citroëns Premium-Ableger DS den Kult-Barmixer Charles Schumann zum Titelhelden auserkoren haben.

Überraschender ist da schon, dass sogar der weltweite Chef der Marke Yves Bonnefont ausschließlich zum Anlass dieser Premiere nach München reist. Aber das Magazin mit dem Mixer-Titel ist eben mehr als nur bedrucktes Hochglanz-Papier: „Das ist ein Symbol für die Markeninszenierung, die wir jetzt brauchen“, sagt Bonnefont.

Bildergalerie

Der Franzose weiß, dass neue Modelle wie DS 4 oder DS 4 Crossback allein nicht ausreichen, um gegen die Premium-Platzhirsche Audi, Mercedes und BMW hierzulande auch nur den Hauch einer Chance zu haben. Die beiden Neuerscheinungen, die Anfang November erstmals beim Händler stehen, werden deshalb von einer Menge Show begleitet.

Show, das bedeutet nicht nur eine schicke Zeitschrift für die ersehnten Kunden – mehrere 10.000 Besitzer der ursprünglichen DS aus den siebziger Jahren könnten das etwa sein. Show heißt auch schlicht: Showroom. Beim Händler bekommen die Edel-Ableger je nach Größe spezielle Flächen, eigene abgetrennte Hallenbereiche oder sogar ganz separate Räume.

„Da werden sie dann von speziell geschulten Verkäufern, unseren Brand-Champions, betreut“, sagt Bonnefont. Café au lait, Croissant und Canapée – und an der Wand hängen Bilder aus der goldenen Zeit der ursprünglichen „Göttlichen“, wie die frankophonen Autofreunde zwischen 55 und 75 von ihrer Deesse schwelgten. Lang ist’s her.

Vier Schwerpunkte sollen einen DS abgrenzen

Zu lang – und im Hauptmarkt China kennt ohnehin kaum ein Mensch mehr die Ursprungs-Limousine. Das ist auch Bonnefont klar. Neben noblen Inszenierungen muss deshalb auch das Produkt stimmen. „Noch einen Premium-Wagen wie die deutschen Marktführer braucht niemand mehr – wir haben darum vier ganz spezielle Schwerpunkte“, erläutert der Markenchef.

60 Jahre Citroen DS: Hommage an ein Jahrhundertauto
Bildergalerie mit 17 Bildern

Da ist zum einem das „Avantgarde-Design“: Jeder DS soll „anders als alle anderen Wettbewerber aussehen“. Und mit dem neuen Kühler mit eigenem Markenlogo ist es da nicht getan. Die Ur-DS hatten übrigens gar kein Markenlogo auf der Motorhaube nötig. Jetzt soll neben ungewöhnlichem Design vor allem der Glitzer-Faktor die DS-Modelle schon äußerlich absetzen. Funkelnde Elemente in den Scheinwerfern, dicke Chromleisten und farbige Dachhimmel schon in der Kompaktklasse: Das mögen nicht nur Asiaten, ist sich Bonnefont sicher. Die aber besonders.

Zweitens braucht eine DS sichtbar hochwertige Verarbeitung. Mächtig stolz ist der Chef deshalb zum Beispiel auf die lederbezogenen Armaturenbretter. Sieben Stunden Handarbeit stecken darin. Und feinstes Semianilin-Leder – „übrigens aus Bayern“, sagt der Manager.

(ID:43707593)