Volkswagen Streikgefahr ist noch nicht gebannt

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Trotz wegweisender Einigungen in den Metall-Tarifverhandlungen drohen bei Volkswagen noch harte Auseinandersetzungen. Bei dem Autobauer werden die Gehälter über einen Haustarifvertrag geregelt, doch die Verhandlungen stocken.

Trotz erster Einigungen in den Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie ist die Streikgefahr bei VW noch nicht gebannt. Der Autobauer verhandelt über einen Haustarifvertrag.
Trotz erster Einigungen in den Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie ist die Streikgefahr bei VW noch nicht gebannt. Der Autobauer verhandelt über einen Haustarifvertrag.
(Bild: Streik IG Metall, Mülheim2015_09 / DIE LINKE Nordrhein-Westfalen / CC BY-SA 2.0)

In den Haustarif-Verhandlungen bei Volkswagen sieht die IG Metall den Autobauer nach dem Pilotabschluss der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen unter Zugzwang. Der Abschluss sei nicht eins zu eins zu übertragen, habe aber gezeigt, „dass auch unter widrigen Bedingungen konstruktive und tragfähige Lösungen gefunden werden können“, sagte der Bezirksleiter der Gewerkschaft, Thorsten Gröger, am Donnerstag. Die fünfte Verhandlungsrunde ist für den 12. April angesetzt.

In den vergangenen Wochen haben die Beschäftigten bei VW und VW-Töchtern ihre Forderungen mit mehreren Warnstreiks untermauert. „Klar ist: Wenn wir mit Volkswagen in den nächsten Gesprächen kein Ergebnis erzielen können, dann werden die Warnstreiks weitergehen und noch spürbarer werden“, kündigte Gröger an. „Die Kolleginnen und Kollegen sind es leid, mit Mini-Offerten abgewimmelt zu werden. Der Konzern hat trotz Pandemie Milliardengewinne erwirtschaftet, und die Belegschaft möchte zurecht daran beteiligt werden.“

In der vierten Verhandlungsrunde am 23. März hatte Volkswagen ein Angebot vorgelegt. Dieses sieht für die gut 120.000 Beschäftigten an den westdeutschen Standorten im ersten Halbjahr 2021 eine Einmalzahlung von 250 Euro und im kommenden Jahr ein tabellenwirksames Entgelt-Plus von 1,2 Prozent vor. Insgesamt soll der Tarifvertrag bis Mitte 2023 gelten. Zudem sollen die Mitarbeiter anstelle der bisherigen Leistungskomponente eine „einheitliche Sonderzahlung“ von 1.800 Euro pro Jahr erhalten. Die IG Metall wies das jedoch als unzureichend zurück.

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