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Strom tanken – Verluste von bis zu 20 Prozent möglich

| Autor / Redakteur: sp-x / Jakob Schreiner

Wer ein Elektroauto kauft, geht davon aus, künftig günstig zu „tanken“. Doch in der Kostenrechnung darf ein spezielles Elektrizitäts-Phänomen nicht unterschlagen werden. E-Autofahrer sollten sich gut überlegen, wo sie den Stromer laden.

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(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Der Verbrauch eines Diesels und Benziners lässt sich relativ leicht ermitteln. Beim Elektroauto sieht das anders aus. Denn während an der Zapfsäule meist der gesamte gezapfte Kraftstoff im Tank landet, geht beim Stromladen einiges an Energie verloren. Wer bewusst lädt, kann die Einbußen allerdings gering halten. Ganz vermeiden lassen sich die Ladeverluste jedoch nicht.

Der Strom aus der Steckdose kommt nie komplett in der Batterie an, sondern geht beispielsweise durch den elektrischen Widerstand in Kabeln und Leitungen als Wärme verloren. Die Faktoren, die dafür eine Rolle spielen, sind vielfältig; zu ihnen zählen etwa Kabeldurchmesser und Kabellängen, die Temperatur, der Akkufüllstand oder die abgerufene Ladeleistung. Eine Schnellladung mit großer Leistung über wenige Minuten beispielsweise ist in der Regel weniger effizient als das langsame Laden über mehrere Stunden. Auch der Lademodus spielt eine Rolle: An der Haushaltssteckdose etwa fallen in der Regel höhere Verluste an als an einer Wallbox.

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Vernachlässigbar sind die Verluste nicht. Je nach Ladesituation erreichen sie bis zu 20 Prozent der Energie. Aus E-Autofahrersicht ist das zumindest ärgerlich, muss der verlorene Strom doch in der Regel bezahlt werden, obwohl er nicht nutzbar ist. Die Kosten können durchaus erheblich sein. So weist beispielsweise Smart den Normverbrauch des Fortwo EQ mit 14,5 kWh aus, wenn dieser an einer 22-kW-Wallbox geladen wird. Stöpselt man das gleiche Modell an einer einfachen Haushaltssteckdose ein, steigt der angegebene Wert auf 20,1 kWh. Die Differenz von 5,6 kWh kostet bei üblichen Autostrompreisen knapp 1,70 Euro auf 100 Kilometern.

Nicht alle Autohersteller arbeiten beim Stromverbrauch so transparent wie die Daimler-Tochter, häufig wird lediglich einer der Werte angegeben, in der Regel wohl der bessere. Wer die Autostromkosten trotzdem im Blick halten möchte, kann die Ladeverluste durch den Einbau eines Stromzählers an der heimischen Steckdose oder Ladesäule ermitteln. Dieser gibt an, wie viel Strom tatsächlich aus der Leitung geflossen ist. Der Wert lässt sich dann mit den Angaben des Bordcomputers, der lediglich den im Auto verbrauchten Strom misst, in Beziehung setzen.

Nebenbei kann man mithilfe dieser „Buchführung“ ein detailliertes Verbrauchsprofil ermitteln, das bei der Wahl eines möglichst günstigen Stromtarifs hilft. Wer Leitungsverluste nicht bezahlen möchte, kann auch öffentliche Ladesäulen wählen, die häufig nicht nach verbrauchten Kilowattstunden, sondern nach Zeit oder über eine Pauschale abrechnen. Ob sich das finanziell lohnt, hängt allerdings von den Tarifmodellen der Anbieter ab.

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