Studie: Autofahren ist immer noch Emotion

Autor / Redakteur: Claus-Peter Köth / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Eine Untersuchung von Continental und Infas widerlegt die Annahme, dass der eigene Pkw aus der Mode kommen könnte. Für die Käufer von morgen muss das Auto jedoch moderner werden.

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Das eigene Auto hat einer Conti-Studie zufolge noch lange nicht ausgedient.
Das eigene Auto hat einer Conti-Studie zufolge noch lange nicht ausgedient.
(Foto: Preising)

Autobesitz hat doch noch Konjunktur, auch bei Jüngeren. Der Verzicht auf das eigene Auto kommt für die Mehrheit der Autofahrer in Deutschland nicht in Frage. Laut „Continental Mobilitätsstudie 2015“ befinden sich Fahrzeuge überwiegend (83 %) in persönlichem Besitz. Auf Carsharing-Angebote greift nur ein Prozent der Befragten zurück.

97 Prozent erachten das Autofahren – trotz eines erhöhten Verkehrsaufkommens – für komfortabel, 93 Prozent macht es Spaß. Ein schlechtes Gewissen haben deshalb nur wenige – lediglich sieben Prozent finden es unvernünftig.

„Autofahren ist und bleibt vor allem emotions- und weniger vernunftgetrieben. Die große Mehrheit ist gerne im Auto unterwegs und will darauf im Alltag nicht verzichten“, sagte Continental-Chef Elmar Degenhart zu den Studienergebnissen. Mittelfristig erwartet der Zulieferer deshalb keine spürbare Abkehr vom eigenen Auto.

Die Entscheidung für einen Führerscheinerwerb als Eintrittskarte für individuelle Automobilität hängt letztlich ebenso vom Geldbeutel ab wie der Besitz eines eigenen Autos: Bei den unter 30-Jährigen ohne Führerschein (22 %) sind für zwei von drei Befragten Kostengründe ausschlaggebend. Gleiches gilt für diejenigen mit gültiger Fahrerlaubnis, aber ohne eigenes Auto (27 % der unter 30-Jährigen). Aus finanziellen Gründen verzichten 59 Prozent dieser Gruppe auf ein eigenes Fahrzeug.

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Für die Generation Smartphone forderte Degenhart die konsequente Vernetzung des Autos als Teil des Internets: „Entgegen der immer wieder zu hörenden gegenläufigen These wollen auch Jüngere immer noch ein eigenes Auto besitzen. Aber es muss intelligenter werden und Informationen auf digitalem Weg schneller senden, erhalten und verarbeiten. Es liegt also an der Automobilindustrie selbst, mit der Lebenswirklichkeit und den Wünschen junger Menschen Schritt zu halten und zum Beispiel das Angebot vernetzter Dienste im Fahrzeug auszubauen.“

Großes Interesse an Automatisierung und Vernetzung

Auch jenseits junger Menschen sind Autofahrer in Deutschland insgesamt offen für neue Technologien. Viele setzen auf automatisiertes Fahren als Unterstützung für den Verkehrsalltag. So wollen mehr als zwei Drittel aller Autofahrer (68 %) gerade in stressigen oder monotonen Fahrsituationen automatisiert fahren. Und auch an intelligenten Fahrzeugen, die Informationen senden, empfangen und verarbeiten können, zeigen viele Autofahrer großes Interesse. Vernetzte Dienste werden vor allem dann akzeptiert, wenn durch sie ein erkennbarer Mehrwert geschaffen wird.

Verbesserte Verkehrskontrolle durch Datenaustausch (72 %), ein Unfalldatenspeicher (69 %) oder Wartungstermine basierend auf Echtzeitfahrzeugdaten (63 %) werden von einer Mehrheit gewünscht. Dienste mit Überwachungscharakter werden jedoch abgelehnt. So würden aktuell lediglich 37 Prozent der Befragten ihren eigenen Fahrstil für einen günstigeren Versicherungstarif von den Systemen des Autos erfassen bzw. überwachen lassen.

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