Herstellerkonzerne Studie bewertet Lage der Autoindustrie als „extrem angespannt“

Quelle: dpa

Auch wenn viele Hersteller wie Mercedes hohe Gewinne verzeichnen, warnen Beratungsexperten vor Risiken in der Autoindustrie. So macht die Lage in China Sorge.

Hersteller von Oberklassefahrzeugen können aktuell von einer Ausnahmelage profitieren – anders als Volumenmarken.
Hersteller von Oberklassefahrzeugen können aktuell von einer Ausnahmelage profitieren – anders als Volumenmarken.
(Bild: Mercedes-Benz )

Die Lage der Autobranche ist der Beratungsgesellschaft EY zufolge weniger rosig als Kennzahlen von Herstellern vermuten lassen. So gerate der Verkauf von Neuwagen etwa in China wegen den dortigen Corona-Lockdowns unter Druck.

EY (Ernst & Young) analysierte in einer Studie die Geschäftszahlen der 16 größten Autokonzerne weltweit und bewertete allgemeine Risiken für die Branche. Zur Gruppe der Hersteller, die unter die Lupe genommen wurden, gehören auch Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW.

China ist für die drei deutschen Konzerne der größte Einzelmarkt. „Ein Ende der rigorosen Corona-Politik der chinesischen Behörden ist noch nicht absehbar, daher drohen hier weitere Absatzrückgänge in den kommenden Monaten“, warnte EY-Branchenberater Peter Fuß. Der Verkauf von Autos an Verbraucher war laut chinesischen Branchenangaben im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um 35,7 Prozent eingebrochen.

Gewinnboom bei großen Herstellern

Große Hersteller verkauften weltweit von Januar bis Ende März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im Schnitt zwar weniger Autos. Doch die Unternehmen verdienten meist besser, wie die Studie ergab.

Bei der Umsatzrendite, bei der Umsatz und operativer Gewinn in Beziehung gesetzt werden, lag der US-Elektroautobauer Tesla mit 19,2 Prozent klar vorne. In der Rangliste der Branchengrößen folgen Mercedes-Benz mit 15 Prozent, Volkswagen mit 13,3 Prozent und BMW mit 10,9 Prozent.

„Die nackten Zahlen zum ersten Quartal sind hervorragend, die tatsächliche Lage in der Autoindustrie ist hingegen extrem angespannt“, resümierte der Leiter der Mobilitätssparte Westeuropa bei EY, Constantin Gall. Vor allem Hersteller von Oberklassefahrzeugen profitieren demnach von einer Ausnahmelage: Angesichts des Chipmangels werden Halbleiter vor allem in große und teure Wagen eingebaut. Gleichzeitig gibt es kaum noch Preisnachlässe, da die Nachfrage hoch ist. An einigen Unternehmen gehe der Gewinnboom allerdings vorbei, sagte Gall.

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