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Studie: Corona hilft Autoherstellern in Sachen CO2

Autor: Viktoria Hahn

CO2-Strafzahlungen in der Europäischen Union sind für deutsche Autobauer derzeit eher unwahrscheinlich. So lautet eine Prognose der Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC). Die Corona-Krise wirke sich dabei sogar günstig für die Hersteller aus.

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Während Autos mit Verbrennungsmotor derzeit kaum Kunden finden, steigt der Marktanteil elektrifizierter Fahrzeuge.
Während Autos mit Verbrennungsmotor derzeit kaum Kunden finden, steigt der Marktanteil elektrifizierter Fahrzeuge.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Laut einer Prognose der Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) können deutsche Hersteller die von der Europäischen Union festgelegten Flottenziele für Deutschland erreichen. Die PwC-Automobilexperten gehen davon aus, dass sich die Corona-Krise für die Fahrzeughersteller diesbezüglich eher günstig auswirkt. Vom Konjunkturförderprogramm der Bundesregierung hingegen erwarte man sich eher geringe Effekte auf den Absatz von E-Fahrzeugen sowie auf die Industrie insgesamt.

Im laufenden Jahr müssten nach einer Modellrechnung der PwC-Experten rund 12 Prozent der verkauften und in Deutschland neuzugelassenen Pkw entweder rein batteriebetriebene Autos oder Plug-In-Hybride sein, um Strafzahlungen zu vermeiden.

Für den europäischen Automobil-Gesamtmarkt rechnen die Experten im laufenden Jahr Corona-bedingt mit einem Einbruch zwischen etwa 25 und 30 Prozent für 2020 im Vergleich zum Vorjahr. Dies betreffe allerdings vorwiegend die Fahrzeuge mit konventionellen Antrieben, nicht die E-Fahrzeuge. Denn: Die E-Modelle, die in diesem Jahr auf den Markt kommen, sind zumeist schon vor der Pandemie bestellt worden, weil die Lieferzeiten aufgrund der vergleichsweise geringen Produktionskapazitäten nach wie vor lang sind.

Elektrifizierte Modelle werden doppelt angerechnet

Weiterhin werden die Neuzulassungen der E-Autos, so die Experten, auch im laufenden Jahr weiter stark wachsen und beispielsweise in Deutschland bei über 100.000 elektrischen Pkw liegen. „Die Corona-Krise hilft also praktisch, die CO2-Grenzwerte zu erfüllen“, folgert Felix Kuhnert, Global Automotive Leader von PwC. Die Zulassungen von Elektrofahrzeugen waren gemäß Angaben des Branchenverbands VDA im Mai dieses Jahres um 56 Prozent höher als im Vorjahresmonat, während der Gesamtmarkt Covid-19-bedingt um 60 Prozent einbrach.

Außerdem senken batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride die CO2-Bilanz noch zusätzlich, denn sie werden in diesem Jahr doppelt angerechnet, 2021 mit dem Faktor 1,66 und 2022 immerhin noch mit dem Faktor 1,33. „Mit Blick auf die langfristigen CO2-Ziele könnten Hersteller sogar Überlegungen anstellen, den Anteil der E-Modelle so zu steuern, dass die Grenzwerte genau erreicht werden – die Ziele aber auch nicht übererfüllt werden“, so Kuhnert weiter.

Stefan Ritter, Senior Manager im Bereich Energy & Utilities bei PwC, ergänzt: „Bei allen Überlegungen darf man auch nicht vergessen, dass Innovationen wie LED-Scheinwerfer oder Leichtlaufreifen zusätzlich auf die CO2-Bilanz angerechnet werden können. Bis zu sieben Gramm pro Fahrzeug lassen sich dadurch kompensieren. Dies können Hersteller mit vergleichsweise geringem Aufwand strategisch und flexibel nutzen.“

Konjunkturprogramm mit eher mäßigen Effekten

Hinsichtlich des bis Ende 2021 geltenden Konjunkturprogramms für die Automobilindustrie – Zuschüsse von bis zu 9.000 Euro pro E-Autokauf – rechnen die Experten mit eher gemäßigten zusätzlichen Effekten auf die Industrie insgesamt und speziell auf den Absatz von E-Fahrzeugen. „Möglicherweise denken aufgrund der Förderung jetzt mehr Autokäufer über ein E-Modell nach, doch ist die Verfügbarkeit trotz aller Förderung wegen der geringen Produktionskapazitäten nach wie vor begrenztׅ“, erklärt Kuhnert.

Die verstärkte Förderung der Ladeinfrastruktur hingegen setze positive Anreize für die langfristige Entwicklung. Hier müssten nun massive Anstrengungen unternommen werden, um die Infrastruktur zuhause sowie im öffentlichen Raum schnell weiter auszubauen.

Seit dem laufenden Jahr gelten die strengen, von der EU festgelegten CO2-Grenzwerte. Ihnen zufolge dürfen neu zugelassene Fahrzeuge im Durchschnitt nur noch 95 Gramm CO2 pro gefahrenem Kilometer ausstoßen. Jedes Gramm CO2-Emission, das über dieser Grenze liegt, schlägt pro Fahrzeug mit 95 Euro Strafzahlung zu Buche.

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Über den Autor

 Viktoria Hahn

Viktoria Hahn

Volontärin des Newsdesk von »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG