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Studie: GW-Handel gewinnt 2011 an Gewicht

Redakteur: Gerd Steiler

Der deutsche Autohandel rechnet für 2011 mit einem höheren Absatz und steigenden Preisen im Gebrauchtwagengeschäft. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des TÜV Süd, bei der im März bundesweit 406 Kfz-Betriebe befragt wurden.

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Der deutsche Autohandel rechnet für 2011 mit einem höhren Absatz und steigenden Preisen im Gebrauchtwagengeschäft. Nach Einschätzung der Händler wird die Bedeutung des Gebrauchtwagenhandels im Vergleich zum Neuwagengeschäft weiter zunehmen. Wichtiger Motor auf der Vertriebsseite bleibt das Internet. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Befragung, die das Marktforschungsinstitut Technomar im Auftrag von TÜV Süd im März unter 406 Autohäusern und Werkstätten im Bundesgebiet durchführte.

Junge Gebrauchte höchst begehrt

Weitere Ausukunft gibt die Umfrage über Markterwartungen, Vertriebswege und Management-Systeme der Händler im Gebrauchtwagengeschäft. „Grundsätzlich bestätigen die Ergebnisse, was unsere Experten schon seit längerem beobachten: Die Bedeutung des Gebrauchtwagenhandels wird weiter zunehmen - insbesondere im Bereich der jungen Gebrauchtfahrzeuge“, so Bernhard Kerscher, Sprecher der Geschäftsführung der TÜV Süd Auto Service GmbH.

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Geht es nach der Einschätzung des Autohandels, müssen sich die Autofahrer in diesem Jahr auf steigende Gebrauchtwagen-Preise insbesondere bei Klein-, Kompakt- und Mittelklasse-Autos einrichten. So rechnen über 42 Prozent der befragten Händler damit, das die GW-Preise in diesem Jahr steigen werden. Dagegen erwarten nur 16 Prozent der Händler rückläufige Preise.

Diese Einschätzung deckt sich mit den Aussagen zum erwarteten Gebrauchtwagen-Absatz: Der Umfrage zufolge erwarten über 50 Prozent der Befragten, das der Gebrauchtwagen-Absatz in diesem Jahr steigt. Nur 17 Prozent dagegen erwarten rückläufige Verkaufszahlen.

Zu wenig professionell

Bei den Gewinnprognosen geben sich die befragten Händler allerdings zurückhaltend: Trotz des positiven Trends bei Absatz und Preisentwicklung rechnen nur 35 Prozent der Händler mit einem Anstieg des Bruttogewinns, knapp 25 Prozent dagegen mit rückläufigen Ergebnissen.

Ein Grund hierfür liegt laut TÜV Süd in der nach wie vor zu geringen Professionalität vieler Händler im Gebrauchtwagengeschäft. „Lediglich 65 Prozent der Händler nutzen laut Umfrage ein eigenes Managementsystem, um Durchlaufzeiten, Restwertermittlung und Bruttogewinn zu optimieren. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass 35 Prozent der Händler das Gebrauchtwagengeschäft immer noch mehr oder weniger nebenher betreiben. Es gibt hier bislang nicht dieselbe Transparenz im Geschäftsablauf gilt, wie dies im Neuwagengeschäft und im Service selbstverständlich ist. So verschenkt man Geld“, analysiert Christof Gerhard, Gebrauchtwagen-Stratege beim TÜV Süd.

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