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Studie: Händler für Kunden bei der E-Mobilität bislang nur „durchschnittlich hilfreich“

| Autor: Christoph Seyerlein

Eine klare Mehrheit der Autohäuser in Deutschland sieht sich gut bis sehr gut auf die Elektromobilität vorbereitet. Bei Kunden werden Kfz-Betriebe einer Studie zufolge bislang aber nur selten als die beste Anlaufstelle bei Fragen rund um E-Autos wahrgenommen.

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Händler können in Sachen Elektro-Kompetenz gegenüber Kunden laut einer TÜV-Studie noch deutlich zulegen.
Händler können in Sachen Elektro-Kompetenz gegenüber Kunden laut einer TÜV-Studie noch deutlich zulegen.
(Bild: Seyerlein / »kfz-betrieb«)

Der Handel muss seine Rolle als kompetenter Berater für Kunden bei der Elektromobilität noch finden. Zu diesem Schluss kommt zumindest die „E-Mobility-Autohausstudie 2020“ des TÜV Rheinland. Demnach sehen sich zwar 65 Prozent der befragten Autohäuser „sehr gut“ oder „gut“ auf die Herausforderungen mit den Stromern vorbereitet. Nur 6 Prozent haben sich nach eigenen Angaben noch gar nicht oder nur wenig darauf eingestellt.

Die wichtigsten Baustellen auf dem Weg waren nach Einschätzung der Händler bislang Schulungen, Investitionen in die Ladeinfrastruktur und Unterstützung durch die Fahrzeughersteller. Stark investiert haben die Autohäuser in ihre technische Ausstattung: 57 Prozent geben an, viel oder sehr viel in jenen Bereich investiert zu haben, nur 18 Prozent haben hier wenig oder gar kein Geld reingesteckt.

Bei Kunden kommt das bislang allerdings nicht ausreichend an. Kfz-Betriebe sind demzufolge nicht die erste Adresse, wenn es um Informationen rund um die Elektromobilität geht. Dafür nutzen Interessenten laut der Studie stattdessen vor allem soziale Netzwerke und Freunde und Bekannte. Autohäuser bewerteten die Befragten nur als „durchschnittlich hilfreich“.

Matthias Schubert, Executive Vice President Mobilität bei TÜV Rheinland, attestierte dem Autohandel aufgrund der Ergebnisse zwar, dass die Elektromobilität dort grundsätzlich angekommen sei. „Allerdings sollten die Autohäuser ihre Beratungskompetenz bei Elektromobilität noch deutlicher machen“, merkte er an.

Chefs sind skeptischer als die Verkäufer

Dabei sehen die Betriebe aber auch die Autokonzerne weiter in der Pflicht. Von ihren Herstellern erwarten die befragten Autohäuser, dass sie Unterstützung durch weitere Information und Schulungen (25 %), eine größere Modellvielfalt (23 %) und gesicherte Verfügbarkeiten von Fahrzeugen (16 %) erhalten.

Die größte Gruppe der insgesamt 150 im Juni und Juli befragten Händler steht der Elektromobilität insgesamt positiv gegenüber (41 %). 37 Prozent positionierten sich neutral, während 22 Prozent sie eher ablehnen. Einen klaren Unterschied im Mindset gibt es zwischen Verkäufern und Geschäftsführern: Während bei den Vertrieblern 53 Prozent eine positive Grundeinstellung zur E-Mobilität haben, sind es bei den Chefs nur 28 Prozent.

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