Studie: Unfallreparaturmarkt schrumpft bis 2030 um ein Sechstel

Autor: Christoph Baeuchle

Im Unfallreparaturmarkt lässt es sich gut verdienen. Doch nicht alle Teilnehmer profitieren gleich. In Zukunft könnte es noch schwieriger werden. Denn das Forschungsinstitut ICDP geht davon aus, dass der Markt deutlich kleiner wird.

(Foto: VBM-Archiv)

Werkstätten müssen sich auf weniger Geschäft im Unfallreparaturmarkt einstellen. Das Forschungsinstitut ICDP geht davon aus, dass das Marktvolumen in der Europäischen Union von derzeit rund 45 Milliarden Euro bis 2030 um circa 17 Prozent sinken wird. Zu diesem Ergebnis kommt es in einer Simulation der vier größten Märkte – Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien.

Zu der Entwicklung trüge vor allem die zunehmende Verbreitung von Fahrerassistenzsystemen bei. ICDP prognostiziert, dass ADAS-Technologien (Advanced-Driver-Assistance-Systems) wie automatischer Notbremsassistent, Toter-Winkel-Assistent und Spurhalteassistent zu rund 15 Prozent weniger Unfällen im Jahr 2030 führen.

Der rückläufige Gesamtmarkt treffe alle Marktteilnehmer, allerdings unterschiedlich hart: Automobilhersteller und Lackhersteller fahren derzeit bei Unfallreparaturen stolze Gewinne ein. Um rund 19 Prozent dürfte der Umsatz für Ersatzteile zurückgehen. Bei einer von ICDP geschätzten Marge von 40 Prozent auf Ersatzteile müssen sich Zulieferer und Fahrzeughersteller auf erhebliche Gewinnrückgänge einstellen.

Schwieriger könnte 2030 die Situation für Kfz-Betriebe werden, für die die aktuelle Situation auf dem Unfallreparaturmarkt bereits eine große Herausforderung darstellt. Nach Einschätzung von ICDP-Forschungsexperten nimmt die Zahl der durch Unfälle ausgelösten Werkstattaufträge mit 23 Prozent am stärksten ab.

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