Studien in Los Angeles: Träumen erlaubt

Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Europa hatte Amerika in letzter Zeit als Trendsetter in der Autobranche etwas den Rang abgelaufen. Offensichtlich haben die Amerikaner aber wieder ihren Mut zu eigenen Ideen für die Zukunft auf vier Rädern entdeckt. Spurensuche auf der Auto-Show in Los Angeles.

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Die Amerikaner überraschten in LA mit seriennahen Studien.
Die Amerikaner überraschten in LA mit seriennahen Studien.
(Bild: Cadillac)

SUVs stehen auch auf der Wunschliste der Amerikaner ganz oben. Nirgendwo ist das Angebot so groß, jeder Hersteller hat mehrere eckige Ungetüme im Programm. Wie das Luxus-SUV der Zukunft aussehen wird, zeigt die bei uns weithin unbekannte Marke Lincoln, im Hause Ford für Luxusmodelle zuständig, mit einer aufregenden Studie des riesigen Navigator. Erzrivale General Motors kontert mit „Denkmodellen“ von großen Limousinen und eleganten Coupés. Alle sind nicht weit von der Serienreife entfernt.

Der Lincoln Navigator ist ein riesiges SUV mit dem Gardemaß von 5,67 Metern. Die endgültige Neuauflage des bekannten Giganten wird im kommenden Frühjahr in New York Premiere feiern. In Los Angeles ist noch die Studie zu bestaunen, die vor allem mit zwei auffallenden Details glänzte: Die gewaltige nach oben schwingende Tür über die ganze Breite des Passagierabteils hinweg eröffnet den Blick auf den fast glamourösen Innenraum mit den drei Sitzreihen. Um leichter in das belederte Innenleben des gut zwei Meter hohen Dickschiffs zu kommen, wird eine dreistufige Treppe unter dem Seitenschweller elektrisch aus- und wieder eingefahren. Ohne Geländer allerdings.

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Um es vorweg zu sagen: Beide Gags werden sich im Serienmodell nicht wiederfinden, fielen dem Rotstift oder staatlichen Vorgaben zum Opfer. Was bleibt ist das Design mit dem wuchtigen Vorbau und dem stattlichen verchromten Grill, der das neue Lincoln-Gesicht vorwegnimmt. Die Silhouette der Außenhaut ist ein wenig dem britischen Range Rover nachempfunden, der auch in den USA hohes Ansehen genießt.

Komfort ist Trumpf auf jedem der sechs Einzelsitze. Vorne große Displays, für das Fond-Quartett schweben Bildschirme fast in Augenhöhe und locken zum Surfen oder Gamen. Die Materialien sind erlesen, aber nicht schwülstig.

Abgerüstet wird unter der nach oben gewölbten Motorhaube: Statt eines dicken V8 muss der Navigator von morgen mit einem 3,5-Liter-Ecoboost auskommen, der auch in diversen Ford-Modellen eingesetzt wird. Nach Deutschland wird sich der Gigant nicht wagen. Wo sollte er auch in den engen Altstädten um die Ecken kommen oder einen Parkplatz finden.

Bildschöner Cadillac

Bei der bildschönen Studie einer großen Limousine mit dem Cadillac-Logo ist das anders, auch wenn er mit 5,35 Metern ebenfalls die Europäer seiner Klasse deutlich überragt, aber das Einparken sicher einem Chauffeur überlassen wird. Der Escala überrascht mit einem fast puristischen Kleid, das sich nur auf der Motorhaube sichtbare Kanten leistet. Die ansonsten glatte Seitenansicht wird durch eine nach hinten spitz zulaufende Sicke über dem Schweller geprägt, die wohl für optische Dynamik sorgen soll.

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