Super E10 bleibt ein Nischenprodukt

Mehrheit tankt Super E5 - „Super Plus“-Absatz fast verdoppelt

| Autor: Gerd Steiler

(Bild: VBM-Archiv)

Auch zwei Jahre nach Einführung der neuen Kraftstoffsorte Super E10 überwiegen an der Zapfsäule die Zweifel der Autofahrer. Dies hat eine Umfrage des Energiehändlers Präg unter 91 Betreibern seiner bundesweit rund 100 Tankstellen ergeben.

Demnach meinen nur 16 Prozent der befragten Tankstellenunternehmer, dass die ursprüngliche Skepsis der Kunden gegenüber E10 heute verschwunden ist. 44 Prozent beobachten bei den Autofahrern weiterhin ein Misstrauen. Knapp jeder zehnte Stationär (9 Prozent) wird laut Präg selbst heute noch mindestens einmal täglich von verunsicherten Autofahrern gefragt, ob E10 schädliche Nebenwirkungen für den Motor hat. 17 Prozent der Tankstellenbetreiber werden mindestens einmal wöchentlich danach befragt.

Geringe Akzeptanz

Die von Präg befragten Tankstellenbetreiber schätzen, dass lediglich 13 Prozent der Kunden den neuen Kraftstoff E10 voll und ganz akzeptieren. 75 Prozent akzeptieren den Kraftstoff mit der erhöhten Bioethanol-Quote absolut nicht. E10 wurde zum 1. Januar 2011 gesetzlich eingeführt. Im Frühjahr 2011 hatten erste Tankstellen in Bayern und Baden-Württemberg mit der Einführung begonnen. Bis Ende 2011 hatten deutschlandweit nahezu alle Tankstellen die neue Sorte eingeführt.

Laut offizieller Statistik tanken rund 75 Prozent der deutschen Autofahrer weiterhin Super E5, das vor der E10-Einführung einen Marktanteil von knapp über 90 Prozent hatte. Der Anteil der Tanker von Super Plus hat sich im gleichen Zeitraum von 3 auf über 5 Prozent fast verdoppelt.

„Die Absatzentwicklung zeigt, dass die Verbraucher E10 weiter nur mit gemischten Gefühlen tanken. Obwohl die Mehrzahl der Automodelle von den jeweiligen Herstellern für die Betankung von E10 freigegeben ist, bleiben die Verbraucher verunsichert", sagt Präg-Mitgeschäftsführer Klaus-Rüdiger Bischoff. E10 habe E5 bislang nicht ansatzweise verdrängen können. Auch rechne man nicht damit, dass E10 „unter den derzeitigen Rahmenbedingungen“ zumindest mittelfristig die gleiche Popularität und die gleichen Marktanteile wie das frühere Normalbenzin erreichen könne.

Rationale und irrationale Gründe

„Die anhaltende Ablehnung gegenüber E10 beruht nicht nur auf der immer noch existierenden Angst vieler Autofahrer vor eventuellen technischen Schäden selbst an freigegebenen Automodellen. Auch die gesellschaftliche Diskussion über die Konkurrenz von Energie- und Nahrungsmittelproduktion führt zur Zurückhaltung gegenüber E10“, so Bischoff weiter.

Die in Kempten ansässige Präg-Gruppe betreibt eigenen Angaben zufolge ein Netz von derzeit rund einhundert Tankstellen in Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Damit ist sie einer der größten mittelständischen Tankstellen-Netzbetreiber in Deutschland. Darüber hinaus betreibt Präg drei Großtanklager in Kempten, Augsburg und Heidenau und versorgt aktuell fast 40.000 Kunden mit Heizöl und Kraftstoffen.

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