SUV-Modelle müssen für andere sicherer werden

Euro-NCAP will neues Testprotokoll einführen

| Autor: sp-x

Mutmaßlich ab dem Herbst 2020 gilt ein neues Testprotokoll für die NCAP-Crashs. Die Anforderungen an die Autobauer dürften weiter steigen.
Mutmaßlich ab dem Herbst 2020 gilt ein neues Testprotokoll für die NCAP-Crashs. Die Anforderungen an die Autobauer dürften weiter steigen. (Bild: Euro NCAP)

Die Crashtest-Organisation Euro-NCAP führt ein neues Testprotokoll ein, das die Anforderungen an die Fahrzeugsicherheit weiter erhöhen wird. Das erweiterte und modifizierte Prozedere soll noch im Laufe dieses Jahres in die Bewertung neu getesteter Fahrzeuge einfließen, voraussichtlich im Herbst 2020.

Wichtigste Änderung im Testprotokoll ist die Einführung der sogenannten „mobilen, progressiven, verformbaren Barriere“ (MPDB) bei Frontalkollisionen. Statt wie seit 1997 die Fahrzeuge gegen eine feststehende Barriere fahren zu lassen, sollen künftig zwei bewegliche Elemente mit jeweils 50 km/h mit 50-prozentiger Überlappung frontal ineinander fahren. Beim Aufprall wird sowohl das Eindringen in das getestete Fahrzeug als auch in die bewegliche Barriere gemessen.

Sollte etwa ein großes SUV beim Aufprall zu steif sein und zu wenig der Aufprallenergie absorbieren, kann dies zu Abwertungen führen. Mit der neuen Regelung will man Hersteller großer Autos dazu ermutigen, die Last des Aufpralls mit kleineren Fahrzeugen stärker zu teilen.

Als weitere Neuerung wird ein komplexer aufgebauter Crashtest-Dummy eingeführt, genannt „Thor“. Er kann einen Menschen besser abbilden und auch Bauchverletzungen aufzeichnen. Beim Seitenaufpralltest will Euro-NCAP zudem die Bewegungen aller Insassen berücksichtigen. Dabei wird auch die Wirkung von Airbags in der Fahrzeugmitte geprüft, welche die Verletzungsgefahren durch das Pendeln des Oberkörpers zur Fahrzeugmitte abmildern sollen.

Zu den weiteren Neuerungen gehört die Testung der Leistungsfähigkeit automatischer Notbremssysteme beim Abbiegen an Kreuzungen sowie beim Rückwärtseinparken. Außerdem wollen die Euro-NCAP-Fachleute die Informationsweitergabe von E-Call-Systemen überprüfen. Hersteller sollen für die Richtigkeit als auch leichte Verfügbarkeit der für Rettungsdienste relevanten Informationen belohnt werden.

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