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Suzuki: 100 Jahre zu Lande und zu Wasser

| Autor: Steffen Dominsky

1920 ging Michio Suzuki mit seinem Unternehmen Suzuki Loom Manufacturing an die Börse. Aus der Produktion von Webstühlen entwickelte sich im Laufe der letzten 100 Jahre einer der größten Motorrad- und Außenbordmotorenhersteller weltweit. Doch auch im Automobilbau haben die Japaner ihre Spuren hinterlassen.

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Wahrscheinlich noch heute für viele der Suzuki-Klassiker schlechthin: der LJ 80.
Wahrscheinlich noch heute für viele der Suzuki-Klassiker schlechthin: der LJ 80.
(Bild: Suzuki)

Bereits 1909 gründete Michio Suzuki sein Unternehmen. Es stellte Webstühle her und expandierte rasch. Vor 100 Jahren wagte der Inhaber den Gang an die Börse, und die Expansion nahm ihren Lauf. Suzuki wurde zu einem der größten Motorrad-und Außenbordmotorenhersteller weltweit. Und auch im Automobilbau machten sich die Japaner einen Namen. Grundstein für den Erfolg legten dabei vor allem Offroader, kompakte Fahrzeuge und Supersportler auf zwei Rädern. Laut ihren Erfindern haben sie alle eines gemeinsam: Sie begeistern im Alltag.

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Suzuki startete in der Küstenstadt Hamamatsu zunächst mit der Produktion von Webstühlen. Zwar ließ Firmengründer Michio Suzuki bereits in den Dreißigerjahren einen ersten Pkw-Prototypen anfertigen, doch der Zweite Weltkrieg setzte dieser Entwicklung ein vorläufiges Ende. Stattdessen begann das Unternehmen nach Kriegsende, wie andere auch, eine Nummer kleiner: Man baute motorisierte Zweiräder. 1952 brachte das Unternehmen mit dem „Power Free“ sein erstes Modell auf den Markt – mit 36 Kubikzentimetern und 1 PS. Doch schon bald zählte Suzuki mit monatlich 6.000 produzierten Einheiten zu den weltweit größten Herstellern von Motorrädern. 1954 wurde die Modellreihe Colleda vorgestellt, die sich mit rund 100.000 verkauften Einheiten innerhalb von sechs Jahren zum Erfolgsträger für Suzuki entwickelte.

Mit kompakten Autos und starken Motoren zum Erfolg

In Japans Großstädten sind die sogenannten „Kei-Cars“ sehr populär – Kleinstwagen, die heute höchstens 3,40 Meter lang und 1,48 Meter breit sein dürfen und deren Hubraum maximal 660 Kubikzentimeter beträgt. Diese haben in Japan schon seit Ende des Zweiten Weltkriegs Tradition. So ist es keine Überraschung, dass es im Jahr 1955 ein Auto mit Kei-Car-Abmessungen war, das den Start der Serienproduktion für Suzuki einläutete: der Suzulight.

Ab 1965 ergänzten zudem Außenbordmotoren Suzukis Angebot. Der erste war der D55, ein Zweitaktmotor mit einem Zylinder; er leistete 4 kW/5,5 PS. Über die Jahre entwickelte sich der Geschäftszweig „Marine“ zum dritten erfolgreichen Standbein des Unternehmens. Die Außenbordmotoren überzeugten von Beginn an mit besonderen Technologien wie beispielsweise dem Seegras-abweisenden Propeller.

Ab Ende der Sechziger mit Vollgas in allen Bereichen

Zum Schlüsseljahr für die Suzuki-Automobile wurde 1967: Mit dem Fronte 360 LC 10 mit Heckmotor und Heckantrieb wies Suzuki neue Wege für das japanische Kleinwagensegment. Schon ein Jahr später rollten knapp 200.000 Exemplare vom Band und machten Suzuki zum weltweit größten Hersteller von Zweitaktmotoren. Diese bestimmten auch bei den Zweirädern die Motorenpalette bis in die Siebzigerjahre. Die T20 „Super-Six“ mit 250-ccm-Zweitakter und 24 kW/33 PS (29 DIN PS) brachte den endgültigen internationalen Durchbruch für Suzuki auf dem Motorradmarkt. 1976 feierten auf der IFMA in Köln die GS 400 und die GS 750 Premieren. Die neuen Motorrad-Viertakter verbrauchten weniger Benzin als Zweitaktmotoren; sie waren die Antwort auf die erste Ölpreiskrise. Schon bald waren sie in der Branche außerdem für ihre Robustheit und das sauber schaltende Getriebe bekannt. Das Konzept überzeugte später ebenfalls bei den Außenbordmotoren von Suzuki; 1994 stellte das Unternehmen mit dem DF9.9 und dem DF15 die ersten Viertakter vor.

Mitte der Achtziger schlug auf dem deutschen Motorradmarkt die Geburtsstunde für die Supersportler der Baureihe GSX-R. Schon das erste Modell – die Suzuki GSX-R 750 – überzeugte durch konsequente Leichtbauweise in Kombination mit einem Vierzylinderreihenmotor mit 749 Kubikzentimeter Hubraum. Bis heute hat Suzuki über eine Million Einheiten aus der Familie GSX-R verkauft. Zur Jahrtausendwende kam mit der Suzuki Hayabusa 1300 ein weiteres GSX-Modell auf den Markt (Suzuki GSX 1300 R). „Hayabusa“ ist der japanische Begriff für den Wanderfalken, einen der schnellsten Greifvögel überhaupt. Als erstes Serienmodell mit einer Spitzengeschwindigkeit von über 300 Stundenkilometern machte die Hayabusa ihrem Namen alle Ehre; in nur 2,7 Sekunden sprintete sie von 0 auf 100.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "bike & busines", "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group