Continental T2 für den dritten Raum

Autor Steffen Dominsky

Ein „3rd Space“, ein dritter Raum, der Fahr-, Arbeits- und Relax-Erlebnis miteinander vereint – das möchte das neue Konzeptfahrzeug des bekannten Automobilzulieferers sein. Und damit einen Ausblick auf eine nachhaltige Innenraumgestaltung von morgen geben.

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Mit dem „AMBIENC3“ hat Continental auf Basis eines VW T2b ein Konzeptfahrzeug auf die Räder gestellt, das mit neuartigen Oberflächenmaterialien ausgestattet ist.
Mit dem „AMBIENC3“ hat Continental auf Basis eines VW T2b ein Konzeptfahrzeug auf die Räder gestellt, das mit neuartigen Oberflächenmaterialien ausgestattet ist.
(Bild: Continental)

Conti, das ist Gummi. Das sind Reifen und Riemen. Und Steuergeräte („Blackboxes“). Alles in allem verdammt viel schwarz. Doch Conti kann auch bunt. Edel fürs Auge und haptisch anspruchsvoll. So in etwa soll man wohl das Statement namens „AMBIENC3“ verstehen. Ein Statement auf Rädern. Genauer gesagt auf vier Mal 185R14. Hinter der für heutige Verhältnisse winzig kleinen und schmalen Größe verbirgt sich nichts Geringeres als eine automobile Ikone, ein Bulli. Eine frühe Version des VW Busses der zweiten Generation („T2a“). Sie diente dem Hannoveraner Unternehmen als Basis für sein Konzeptfahrzeug.

„Es ist, als würde man in eine andere Welt eintreten: Wohlregulierte Musik wabert wie selbstverständlich durch den Innenraum. Lichtgedämpfte Glasscheiben sorgen für gemütliche Privatsphäre. Angenehme, klare Lichteffekte geben Orientierung. Glatte und schnörkellose Oberflächen zieren in natürlichen und hellen Farben Sitze, Loungeliege und Auflagen, Böden, Türen und Himmel. In diesem Fahrzeuginnenraum ist alles perfekt aufeinander abgestimmt. Ein Raum, der zum Verweilen einlädt und Komfort verspricht.“ So beschreibt der Pressetext von Continental das, was einen erwartet, wenn man den alten Bulli entert.

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Sieht echt aus, ist es aber nicht

Das Unternehmen möchte zeigen, was es drauf hat in Sachen trendbewusster Innenraumgestaltung einerseits und Hightech-Elektronikprodukten andererseits. Die Oberflächenmaterialien des „AMBIENC3“ basieren auf natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen sowie recycelten und aufbereiteten Materialien. Davon soll nicht nur die Umwelt, sondern es sollen auch die Fahrzeuginsassen profitieren: Sie sollen weniger unter Emissionen und Schadstoffen leiden – Stichwort Ausdünstungen. Leichte Oberflächen senken zudem das Fahrzeuggewicht, was den Energieverbrauch mindert und damit vor allem E-Fahrzeugen in Sachen Reichweite helfen kann.

Es sieht nach Holz und Leder aus, ist es aber nicht. Mit der Optik und Haptik echten Leders versehen, sind Oberflächen mit „laif“-Technologie laut Continental eine Materialalternative, für die kein Tier sein Leben lassen muss. Zudem sind sie atmungsaktiv und sorgen somit für eine passive Klimaregulierung. Gleiches gilt für die Holzoptikoberflächen: Auch hier kommt kein natürliches Holz zum Einsatz.

Interessantes auch in Sachen Bedienung und Komfort

Knöpfe und Schalter sucht man in dem Konzept-Bulli vergeblich. Die gewünschten Funktionen sind zwar laut Continental stets intuitiv zur Hand, aber ohne permanent sichtbare Bedienelemente. Die sogenannte „Shy“-Technology macht’s möglich: Die Funktionen sind in der Oberfläche im Off-Modus auf den ersten Blick unsichtbar. Unsichtbar ist auch das Licht- und Klangkonzept, das unterschiedliche Atmosphären schafft, sowie die Heizung, die in bestimmte Materialien integriert ist. Per funktionalem Druck sollen diese Wärme in Sekunden erzeugen. Auch das Audiosystem „Ac2ated Sound“ arbeitet ohne Lautsprecher.

Fahren, Arbeiten, Relaxen – diese drei Tätigkeiten verschmelzen laut Continental in der digital vernetzten und nachhaltigen Mobilität der Zukunft mit Blick auf autonomes bzw. zumindest teilautonomes Fahren. So möchte das Konzeptfahrzeug Fahr-, Arbeits- und Relax-Erlebnis in einem „3rd Space“, einem dritten Raum, vereinen.

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