Stellantis Tavares sucht fünf Milliarden Euro Synergiepotenzial

Autor / Redakteur: dpa / Jens Rehberg

Der frisch gebackene PSA/FCA-Verbund hat seine erste Jahresbilanz vorgelegt. Die Marge ist ordentlich – aber, nicht verwunderlich – Carlos Tavares will mehr. Turin: Aufgepasst!

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(Bild: Rehberg / »kfz-betrieb«)

Stellantis hat nach eigener Einschätzung „einen fliegenden Start“ hingelegt. Es komme nun darauf an, die angekündigten Synergien von jährlich fünf Milliarden Euro zu erzielen, sagte Konzernchef Carlos Tavares am Mittwoch bei der Vorlage der Geschäftszahlen der beiden Fusionspartner Fiat Chrysler und PSA.

Die Partner hatten vor eineinhalb Monaten ihre Fusion zum viertgrößten Autobauer der Welt vor dem Hintergrund coronabedingter Umsatz- und Gewinneinbußen abgeschlossen. Der Konzern führt 14 Marken, unter anderem Peugeot, Opel, Fiat und Jeep. Die Gruppe beschäftigt rund 400.000 Arbeitnehmer. Die Partner setzten im vergangenen Jahr insgesamt knapp sechs Millionen Fahrzeuge ab.

Für das laufende Jahr gab Tavares eine operative Rendite in der Spanne von 5,5 bis 7,5 Prozent vor – im vergangenen Jahr hatte der bereinigte Wert zusammengerechnet 5,3 Prozent betragen. Bei der Ansage wird aber vorausgesetzt, dass es im Jahresverlauf nicht zu längeren Corona-Lockdowns kommen wird.

Tavares hatte bereits zu Jahresbeginn deutlich gemacht, dass die FCA-Fabriken in Italien leistungsfähiger werden sollen. Es sollen aber fusionsbedingt keine Werke geschlossen werden. Stellantis macht – wie anderen Herstellern auch – aktuell der Mangel von Halbleiterprodukten zu schaffen.

Tavares: „Wir sind finanziell gesund“

Der gebürtige Portugiese Tavares erklärte mit Blick auf die Geschäftszahlen der beiden Fusionspartner, Stellantis sei finanziell gesund. PSA erzielte im vergangenen Jahr einen auf den Konzern entfallenen Nettogewinn von 2,2 Milliarden Euro – im Jahr zuvor waren es noch 3,2 Milliarden Euro gewesen. Der Umsatz sank wegen der Corona-Krise um rund 19 Prozent auf 60,7 Milliarden Euro.

Der Nettogewinn von FCA brach im vergangenen Jahr im fortgeführten Geschäft von 2,7 Milliarden Euro auf nur noch 24 Millionen Euro ein. Sondereffekte herausgerechnet sackte das Ergebnis von 4,3 Milliarden auf knapp 1,9 Milliarden Euro zusammen. Der Umsatz betrug 86,7 Milliarden Euro – ein Fünftel weniger als im Vorjahr.

Die Tochter Opel-Vauxhall, die bisher zu PSA gehörte, erzielte einen operativen Gewinn von 527 Millionen Euro, das war etwa die Hälfte weniger als zuvor (1,1 Milliarden Euro). Unter den Bedingungen der Corona-Pandemie war der Opel-Absatz mit minus 35 Prozent stärker eingebrochen als bei den anderen PSA-Konzernmarken.

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