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Teilehandel trübt die Insolvenzstatistik im Kfz-Gewerbe

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Autohändlern und Werkstätten hat das Statistische Bundesamt zuletzt deutlich weniger Pleiten attestiert. Große Probleme haben dagegen die Händler von Kfz-Teilen und Zubehör.

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(Bild: Rehberg)

Die Zahl der Insolvenzen von Unternehmen im Kfz-Gewerbe steigt tendenziell weiter an. Laut einer am Freitag veröffentlichten Auswertung des Statistischen Bundesamts ging im vergangenen Oktober 47 Betrieben der Branche das Geld aus (+2,2 %). Damit war ein Unternehmen mehr als im Oktober 2016 von der Pleite bedroht. Bereits über die ersten drei Quartale des Jahres 2017 hinweg war die Zahl der betroffenen Betriebe leicht gestiegen (+2,6 %).

Mit der Entwicklung lag die Branche im bundesweiten Trend. Über alle Branchen hinweg stieg die Zahl der Pleiten im Oktober 2017 um 1,8 Prozent. In der Kfz-Branche waren vom Aus ihrer Unternehmen 227 Mitarbeiter betroffen. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger belaufen sich auf 33,6 Millionen Euro.

Ursächlich für den Anstieg war im Oktober 2017 allerdings nicht der klassische Kfz-Handel und –Service, sondern die schwierige Situation des stationären Teile- und Zubehörhandels. In diesem Segment stiegen die Insolvenzen sowohl im Groß- wie im Einzelhandel sprunghaft an – insgesamt von 5 auf 13 Fälle (+160 %).

Dagegen entspannte sich die Situation im Kfz-Handel wie schon im gesamten Jahresverlauf 2017. Statt 21 Fällen im Oktober 2016 mussten aus diesem Bereich noch 16 Betriebe aufgeben (-24 %). Auch die klassischen Werkstätten (Pkw+Nfz) hatten seltener mit Liquiditätsproblemen zu kämpfen: 10 statt 17 Betrieben ging in diesem Geschäftsbereich das Geld aus (-41 %). Mehr Schwierigkeiten hatten dagegen Lackierereien und Waschanlagen mit jeweils 3 Fällen. Beide Branchen hatten im Vergleichsmonat keine Pleiten zu vermelden.

Relativ verbessert hatte sich im Oktober 2017 dagegen die Lage der Motorradbetriebe. Hier sank die Zahl der Insolvenzen im Monatsvergleich von 3 auf 2 Fälle.

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