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Telekom will Autos gegen Hacker schützen

| Autor: Jan Rosenow

Vernetzte Fahrzeuge können von Cyber-Kriminellen angegriffen werden. Dem will die Telekom mit ihren Erfahrungen in der Hacker-Abwehr entgegenwirken.

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Telekom-Mitarbeiter im Rechenzentrum: Viel Erfahrung in der Hacker-Abwehr.
Telekom-Mitarbeiter im Rechenzentrum: Viel Erfahrung in der Hacker-Abwehr.
(Bild: Deutsche Telekom)

Seit der Einführung des E-Calls bei neuen Fahrzeugmodellen im Jahr 2018 kommen immer mehr Autos auf den Markt, die per Mobilfunk erreichbar sind. Theoretisch ließe sich so auch Schadsoftware in die Fahrzeugsysteme einschleusen – und erste Hacker haben bereits demonstriert, dass das möglich ist. Zuletzt veröffentlichten belgische Experten die Schwachstelle in einem Funkschlüssel. Die Forscher klonten diesen und öffneten und starteten anschließend den Wagen. Schadprogramme sind eine weitere Gefahr fürs Bordnetz. Sie breiten sich schnell im Fahrzeug aus und können im Extremfall sicherheitskritische Systeme lahmlegen.

Deshalb beschäftigt sich die Autoindustrie immer mehr mit dem Thema Cybersicherheit. Als Partner dafür hat sich nun die Telekom angeboten. Ein spezielles Abwehrzentrum des Bonner Telekommunikationsunternehmens könnte in Zukunft zum Schutz von Autos beitragen. Der Chef der Telekom Security, Dirk Backofen, sagte auf dem Cyber Security Tech Summit Europe in Bonn: „Das vernetzte Fahrzeug braucht einen digitalen Bodyguard. Hacker stoppen nicht vor unseren Autos. Das vernetzte Fahren wird nicht ohne eine Cyberabwehr in Echtzeit auskommen.“

Selbst lernende Abwehrsysteme verteidigen die Autos

Das Unternehmen hat auf dem Gebiet der Hacker-Abwehr schon viel Erfahrung. Das Cyber Defense und Security Operation Center (SOC) schützt die IT der Telekom und sichert auch mehrere DAX-Unternehmen und eine Vielzahl von Mittelständlern. Insgesamt 240 Experten wehren in mehreren SOCs weltweit rund um die Uhr Attacken ab. Sie analysieren, welche Absicht oder Fähigkeiten Hacker haben und untersuchen Ihre Taktik (Threat Intelligence). IT-Forensiker kommen bei kriminellem Handeln hinzu. Sie rekonstruieren Angriffe und sichern Beweise. Mit allen gewonnenen Informationen verbessert die Telekom so die eigene Technik für Cyberabwehr. Die Abwehrsysteme handeln dabei selbstlernend. Greift ein Hacker ein Unternehmen an, verteidigt das SOC alle Unternehmen in Echtzeit. Genauso soll dies mit Autos funktionieren. Greift jemand ein Auto an, verteidigt das SOC alle anderen mit.

Autokompetenz besitzt die Telekom ebenfalls. Die Tochter T-Systems unterstützt die Autobranche schon heute bei der Entwicklung vernetzter und eigenständig fahrender Autos. In einem sogenannten Car-SOC bündelt die Telekom nun ihr Know-how bei Sicherheit mit dem Wissen im Automobilbereich.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

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Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group